Verbände werben für Gemeinsamkeit

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Am Samstag ist europaweiter "Aktionstag für die Gleichstellung und Teilhabe von Menschen mit Behinderung". Vor dem Aalener Rathaus werden Verbände und Einrichtungen für die Gemeinsamkeit von behinderten und nichtbehinderten Menschen werben.

Gelegentlich brauchen Dinge lange, bis sie bewusst werden, beispielsweise die Bedürfnisse behinderter Menschen. Während sich Barrierefreiheit in Architektur und Stadtplanung ganz allmählich durchsetze, stünde es mit den Barrieren im Kopf noch eher schlecht, meint der zweite Vorsitzende des Behindertenvereins Ostwürttemberg, Helmut Dufek. Ihm geht es in erster Linie um die Selbstverständlichkeit im Umgang mit Behinderten. Friedhelm Boderke vom Neresheimer Samariterstift sagt: "Sie sind Menschen wie du und ich, die ein Recht auf Normalität haben." Dass sich diesbezüglich schon vieles getan hat, ist ihm bewusst. Als gute Beispiele betrachtet er ambulantes Wohnen, integrative Kindergärten, Projekte von Behinderten und Nichtbehinderten sowie das Café Samocca.

Darüber zu berichten, dient seit nunmehr zehn Jahren der Aktionstag. In Ellwangen wird es dazu am 5. Mai einen "Runden Tisch" geben, in Schwäbisch Gmünd werden Filme gezeigt und in Aalen gibt es vor dem Rathaus von 9 bis 13 Uhr Aktionen, Informationen und viel Musik mit den "Happy People". Organisiert wird das Ganze vom Samariterstift Neresheim, dem Körperbehindertenverein Ostwürttemberg und der Lebenshilfe Aalen. Ihr Motto ist die Forderung nach sozialer Teilhabe, die speziell in Aalen erweitert wird durch die rhetorische Frage: "Kennen Sie uns?". Für die richtige Antwort gibt's Gutscheine, unter anderem für den Besuch des Samoccacafés und der Limesthermen. Der Geschäftsführer der Aalener Lebenshilfe Volker Emser hofft auf eine rege Beteiligung, schon um die Bedeutung eines guten Miteinanders von Menschen mit und ohne Behinderung zu unterstreichen.

Darüber hinaus wird über die Ratifizierung der UN-Konvention zum Schutz und zur Förderung der Rechte behinderter Menschen informiert, eine Unterschriftenaktion soll die Ratifizierung durch die Bundesregierung beschleunigen. Vor dem Hintergrund des "Europäischen Jahres der Chancengleichheit" sehen die drei Veranstalter ihren Aktionstag zugleich als Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. "Wir müssen uns fragen, in was für einer Gesellschaft wir leben wollen", so Volker Emser. Dass die Antwort nur lauten kann: "In einer mit sozialer Teilhabe", ist für das Trio unumstritten.

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