Andachtsraum beim Rasenkreuz Meggen wird erweitert

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ARGENBÜHL - Der bislang nur geduldete Andachtsraum, der vor einigen Jahren beim "Rasenkreuz" in Meggen errichtet wurde, ist zu klein geworden. Nachdem das Landratsamt die Genehmigung auf Sanierung und Erweiterung in Aussicht gestellt hatte, stimmte auch der Argenbühler Gemeinderat der baulichen Veränderung zu.

Von den einen belächelt, vielleicht sogar zum Ärgernis erhoben, von den anderen als denkwürdige Gebetsstätte genutzt: Das "Rasenkreuz" bei Meggen bewegt seit vielen Jahren die Gemüter. Tatsache ist, dass vor allem Sonntag für Sonntag viele Menschen aus dem Umkreis und weit darüber hinaus in den kleinen Ort nahe Christazhofen kommen, der politisch zur Gemeinde Argenbühl und kirchlich zur Pfarrei Merazhofen gehört. Und das nun schon seit mehr als 30 Jahren.

Es war genau der 30. Juni 1972, als man bei der bäuerlichen Arbeit auf dem Feld, das mit Kunstdünger versorgt wurde, einen "seltsamen kahlen runden Fleck" entdeckte. Doch der Bauer schenkte dieser Beobachtung zunächst keine besondere Beachtung. Erst als wenig später ein zwölfjähriger Junge an gleicher Stelle ein Kreuz auf dem Boden ausfindig machen konnte, kam die Sache ins Rollen. Der zuständige Pfarrer meldete den Fall dem Bischöflichen Ordinariat in Rottenburg, das in der Folge mehrere Untersuchungen durch die Universität Stuttgart-Hohenheim einleitete. Allerdings ohne "wesentliche Erklärungen".

Auch private Bodenproben brachten keine wissenschaftlichen Aufschlüsse über dieses 3,30 Meter lange und 1,60 Meter breite klar erkennbare Kreuz in der Wiese, dessen Balkenbreite 20 Zentimeter beträgt. So heißt es zumindest in einer Broschüre, die am Eingang des vor fünf Jahren ohne Genehmigung erstellten Andachtsraumes zu finden ist. Wie aus der Schrift auch zu erfahren ist, dass im Oktober 2003 eine Bischöfliche Kommission nach Meggen kam, die es "als positiv wertete, dass das Rasenkreuz eine Stätte des Gebetes sei".

Für alle, die die Pflege des Pilgerortes übernommen haben, steht es fest, "dass der Himmel hier in Meggen ein Kreuz in den Boden geprägt hat". Wie verbürgt scheint, dass der 1968 verstorbene Merazhofer Pfarrer Augustinus Hieber als "Sendbote" in Erscheinung getreten ist. Soll der durch sein priesterliches Leben und Wirken vom Volk liebevoll "Segenspfarrer vom Allgäu" genannte Mann doch viele Male gesagt haben, dass nach seinem Tod "in der Pfarrei ein großes Wunder geschehen wird".

Kirchengemeinde ist gefragt

"Man kann überall beten", ist Gemeinderätin Aloisia Müller aus Ratzenried überzeugt. Womit das Gremiumsmitglied den früheren Pfarrer Schmid zitiert haben wollte. Hilde Stadelmann aus Eisenharz fasst die allgemeine Meinung im Gremium zusammen: "Der gewünschte Anbau passt in die Gegend - man muss die Leute gewähren lassen." Bevor es aber soweit ist, möchte Bürgermeister Josef Köberle noch die Meinung der betreffenden Kirchengemeinde einholen: "Das gehört zum guten Stil."

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