Behinderte finden Unterführung gut

Lesedauer: 3 Min

Aalen - Die Unterführung "Neue Welt" haben bei der Abnahme Behinderte für gut befunden. "Es ist ein richtiger Schritt in Richtung barrierefreies Aalen", sagte Jutta Pagel vom Landesverband für Körperbehinderte. Baubürgermeister Manfred Steinbach und Jörg Hägele vom Tiefbauamt sind für weitere Verbesserungsvorschläge offen.

Das positive Urteil über die Unterführung kam gestern von Alfred Bieger, der seit Jahren im Rollstuhl sitzt. Er testete offiziell die 3,1 Millionen Euro teure Rad- und Gehwegunterführung. "Der Belag ist schön eben. Und die Ausbuchtungen sind gut, um sich auszuruhen", sagte Bieger. "Die Unterführung ist eine wichtige Verbindung in die Innenstadt. Vor allem, weil wir in der Stadt eine Wohngruppe einrichten möchten", sagte Steinbach.

Damit die Unterführung barrierefrei wurde, plante die Stadt mit dem Körperbehindertenverein diesen Bau. "Wir mussten beispielsweise darauf achten, dass die Steigung maximal sechs Prozent beträgt und alle zehn Meter eine waagrechte Verweilstation kommt", erklärte Hägele. Kontrolliert wurde der Steigungsgrad gleich von Oswald Tretter, dem Vorsitzenden der Agendagruppe. Er hatte keine Fehler zu beanstanden.

Bahnhof macht Probleme

Doch leider ist nicht alles in Aalen so barrierefrei, sagen die Mitglieder des Vereins. Beispielsweise seien die Bahnsteige für Menschen mit Gehbehinderung kaum zu erreichen. Auch der Busbahnhof bereitet Menschen im Rollstuhl und Müttern mit Kinderwagen große Probleme, bestätigte Alfred Bieger. Einen Mangel fand Jutta Pagel, Geschäftsführerin des Landesverbandes für Körper- und Mehrfachbehinderte, beim Ortstermin in der Unterführung: Das Treppengeländer hört mit der letzten Stufe auf. "Das ist schlecht für Menschen, die seh- oder gehbehindert sind. Sie können sich nicht mehr an der letzten Treppe abstützen."

Steinbach versprach, auch in Zukunft bei Baumaßnahmen an die Richtlinien für barrierefreies Bauen zu denken und vorab mit den Betroffenen zu sprechen, nicht erst hinterher. Die Mitglieder des Körperbehindertenvereins Ostwürttemberg hatten darum gebeten. So könnte man viel Geld sparen.

Kommentare werden geladen