Aula bleibt bis zu einer weiteren Messung geschlossen

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Die Schüler und Lehrer des Gymnasiums haben"s nicht leicht: Kaum ist der N-Bau vom Asbest bereinigt, taucht ein neuer Schadstoff auf: Formaldehyd. Die Dekra hat bei einer Messung in der Aula eine geringe Überschreitung des Grenzwerts festgestellt. "Wir haben die Aula geschlossen", so Studiendirektor Winfried Brettschneider.

"Für uns ist die Situation nicht einfach zu bewerten", sagt der stellvertretende Schulleiter des Ehinger Gymnasiums, Winfried Brettschneider. Man wisse nicht, inwieweit von der Konzentration an Formaldehyd eine Gefährdung für Schüler und Lehrer ausgehe. Bei der Messung vom 19. Oktober habe die Dekra eine Formaldehyd-Belastung von 0,168 Milligramm pro Kubikmeter gemessen. Der Wert liegt gering über dem Grenzwert von 0,125 Milligramm pro Kubikmeter Luft. Zwar werde in dem Dekra-Gutachten lediglich dazu geraten, den Saal vor und während der Nutzung zu lüften und das Belüftungssystem zu benützen, doch Brettschneider ist ebenso wie Personalrat und Elternbeirat der Schule der Ansicht, dass das Problem genauer untersucht werden muss. Elternbeiratsvorsitzende Dorothea Brinkschmidt-Haase verlangt eine genaue Klärung des Vorfalls und die Einleitung entsprechender Schritte. Einig sind sich alle darin, dass die Sicherheit vorgeht. "Wir haben daher sämtliche Veranstaltungen und Unterrichtsstunden verlegt - also Orchester, Theater AG und auch die Lehrerkonferenz", sagt Brettschneider.

Lüften hilft

"Formaldehyd ist ein weit verbreiteter Stoff, der überall vorkommt", weiß Dr. Matthias Freudenmann von der Abteilung Gesundheitsdienste im Landratsamt Ulm. "In Gebäuden kommt Formaldehyd vor, weil es auch in Baustoffen wie Pressspanplatten verwendet wird." Am Ehinger Gymnasium seien auch die Spanplatten ringsum an Wänden und Decke mutmaßliche Ursache für die zu hohe Schadstoffkonzentration. "Es ist ein Reizstoff, der zu Tränen der Augen und Reizungen des Rachenraums führen kann." Zwar habe der Stoff eine krebserregende Wirkung, es gebe aber eine Wirkschwelle, die wohl um ein zehnfaches über dem Grenzwert liege. "Unter dem Grenzwert von 125 Milligramm pro Kubikmeter Luft besteht keine Gefahr, auch eine Überschreitung ist kurzfristig tolerierbar", so Freudenmann. In Industrie-arbeitsplätzen lägen die Grenzwerte bei 300 Milligramm pro Kubikmeter. Der große Vorteil des Gefahrenstoffs sei seine hohe Flüchtigkeit. Denn: "Durch Lüften wird man Formaldehyd gut los, die Konzentration nimmt schnell ab", so Dr. Freudenmann.

Genau dies hat die Stadt Ehingen nun veranlasst. "Wie im Gutachten vorgeschlagen, haben wir das Gebäude gelüftet und die vorhandene Lüftung in Betrieb genommen", sagt Pressesprecher Ludwig Griener. Demnächst werde die Dekra eine weitere Messung vornehmen. "Wenn wir dann wieder erhöhte Werte erhalten, gibt es die Möglichkeit, die Spanplatten zu versiegeln. So hat man es vor ein paar Jahren in der Längenfeldschule gemacht", sagt Griener.

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