2300 Euro für Wasserprojekt gesammelt

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Die "Alte Post" an der Meersburger Seepromenade ist ein guter Ort, um über den unschätzbaren Wert des Wassers nachzudenken. Die Betreiber Giovanna Bonechi und Ramadan Kikaj hatten mit ihrem Team zum kostenlosen Schlemmen im Rahmen eines Benefiz-Abends geladen. Nur das kostbare Wasser musste ersteigert werden.

V om Gasthaus "Alte Post" aus blickt man auf den mit 50 Milliarden Kubikmetern größten Trinkwasserspeicher Deutschlands, den Bodensee. Ein Mensch benötige 20 Liter Wasser am Tag. In Europa verbrauche jeder Mensch aber etwa 130 Liter. Im Tschad dagegen, in Zentralafrika, hätten die Menschen nicht einmal das absolute Minimum von 15 Litern Trinkwasser pro Tag. Diese Problematik demonstrierten die Kinder der Theater-AG der Sommertal-Schule Meersburg unter Leitung von Delia Roth eindrucksvoll.

Die "Wassergöttin" der Postbrauerei Weiler im Allgäu, Janine Sonfleth, sammelte in ihrem Sektkühler jede Menge Euro-Scheine aus der Wasserversteigerung. Außerdem waren die großzügigen Spenden der Gäste für Speis und Trank hochwillkommen. Die am Abend eingenommenen 2300 Euro fließen komplett in ein Wasserprojekt im Tschad. Dieses gute Ergebnis ist auch darauf zurückzuführen, dass beispielsweise der Fisch von der Fischerei Geiger, das Fleisch von den Metzgereien Walser und Schwaderer, Brot von der Bäckerei Kränkel, Gemüse von der Firma Ernst in Singen, Wein und Bodensee-Secco vom Winzerverein Meersburg sowie das Bier von den Brauereien Zoller-Hof und der Post-Brauerei aus Weiler gesponsert wurden.

Oliver Müller von World Vision Deutschland erläuterte das Trinkwasser-Projekt im Tschad. Dieses Projekt läuft seit Oktober 2001 und soll bis September 2010 abgeschlossen sein. Bis heute wurden in 15 Dörfern mit etwa 20 000 Menschen Brunnen mit zwischen 20 und 50 Metern Tiefe gebohrt, und weitere 15 Dörfer sollen entsprechend versorgt werden, so dass die Menschen dort eine Lebensgrundlage erhalten.

Die Suche nach Wasser sei für die Menschen und Tiere im Tschad die wichtigste und schwierigste Aufgabe. Die Kapazität der wenigen, vorhandenen Brunnen und Bohrlöcher reiche nicht zur Deckung des Bedarfs. Bei Temperaturen um fast 50 Grad sei gut vorstellbar, dass Wasser die wichtigste Lebendgrundlage darstelle. Viele Flüchtlinge aus den umliegenden Ländern, die in Lagern leben, sorgten für eine weitere Zuspitzung der Situation.

Das Ergebnis der Benefiz-Veranstaltung in der "Alten Post" fließt in das Projekt "Trinkwasserversorgung im Tschad", im Bezirk Guelendeng. Die Zielsetzung wurde gemeinsam mit dem Projektbewohnern erarbeitet und soll der Gemeinschaft ein Leben unter menschenwürdigen Bedingungen ermöglichen.}

Meersburgs Bürgermeisterin Sabine Becker betätigt sich als Kellnerin in der "Alten Post". Die Betreiber der Gaststätte, Giovanna Bonechi und Ramadan Kikaj, freuen sich, dass ihre Benefiz-Gala so gut besucht ist. Foto: wdg (wdg)

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