Elektronik-Dienstleister setzt auf Mitarbeiter

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Elektronik-Teile kommen heute oft aus Osteuropa und Asien. Es geht auch anders, wie das Beispiel Rawe zeigt. Dank hoher Automatisierung und niedriger Fehlerrate habe sich das Unternehmen aus Weiler (Westallgäu) zu einem führenden Elektronik-Dienstleister entwickelt. Das teilt die Firma in einer Pressemitteilung mit.

Ludwig Rapp hat das Unternehmen 1971 gegründet. Damals als reiner Lohnfertiger im Elektronikbereich. Vor dem Hintergrund des verschärften Wettbewerbs durch Produzenten in Asien und Osteuropa wurde die Firma unter Leitung des Geschäftsführers Markus Hertkorn in den vergangenen fünf Jahren neu ausgerichtet: Heute sei Rawe ein erfolgreiches Elektronik-Dienstleistungsunternehmen, heißt es weiter. Als Mitglied der Demmel-Gruppe (Sitz Scheidegg) produziere Rawe im Kundenauftrag maßgeschneiderte Elektronik. Der Jahresumsatz betrage mehr als 20 Millionen Euro.

Ein Standbein ist das Systemgeschäft. Hier werden kleine und mittlere Seriengrößen gefertigt. Im Verbund mit der Demmelgruppe ist Rawe in der Lage, komplette Systeme anzubieten, die über reine Elektronikbaugruppen hinausgehen. Der Kunde erhält dann beispielsweise ein komplett montiertes Eingabe- und Bediensystem bestehend aus Steuerungselektronik, Bedienung und Anzeigedisplay. Zweites Geschäftsfeld ist die "automatisierte Fertigung". Hier produziert Rawe Großserien, hauptsächlich für die Automobilindustrie. Neben wettbewerbsfähigen Kosten, die Rawe durch den hohen Automatisierungsgrad erreiche, spiele die Qualität der Produkte eine entscheidende Rolle. Beispiel Leuchtweitenregler: Bei sieben Millionen gelieferter Teile sind maximal fünf fehlerhaft. "Das ist das Ergebnis einer maßgeschneiderten und ebenfalls automatisierten Prüfsystematik in Zusammenspiel mit einem funktionierenden Qualitätsmanagementsystem", sagt Geschäftsführer Markus Hertkorn.

Führende Qualität bestätigten dem Unternehmen auch seine Kunden, zum großen Teil internationale Marktführer. So dürfe sich Rawe zum Beispiel bevorzugter Partner von Automotive Lighting nennen. Den Status genießen nur fünf von 500 Firmen, die das Unternehmen beliefern.

"Die Mitarbeiter tragen ihren Teil zum Erfolg bei", betont die Unternehmensführung. Auf freiwilliger Basis arbeiteten sie 39 statt der früher festgeschrieben 37 Stunden pro Woche. In Zeiten starker Aufträge werde außerdem mehr getan, und wenn das Geschäft nachlasse, würden die Stunden abgetragen. Auf den Erfolgen ausruhen will sich das Unternehmen nicht. So heißt es: "Bis 2010 will sich Rawe zum führenden Elektronik-Dienstleister in Deutschland entwickeln." }

Zusammenarbeit: Rawe-Mitarbeiterin Tülin Oezden inspiziert mit Geschäftsführer Markus Hertkorn eine Mechatronik-Baugruppe für den Automobilbereich. Foto: pr

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