«Ein fliehendes Pferd»: Geburtstagsgeschenk für Martin Walser?

Lesedauer: 4 Min

Der Kinofilm „Ein fliehendes Pferd“ nach der Novelle von Martin Walser könnte zum 80. Geburtstag des Autors im kommenden Frühjahr auf die große Leinwand kommen. Einen genauen Starttermin gebe es jedoch noch nicht, sagte Produzent Rikolt von Gagern bei den Dreharbeiten in Meersburg am Bodensee.

Walser vollendet am 24. März sein 80. Lebensjahr. Das 1978 erschienene Werk wird in Überlingen und Meersburg in Starbesetzung verfilmt. Das Buch erzählt von der Lebenskrise zweier Ehepaare während eines Urlaubs am Bodensee.

In den Hauptrollen sind Ulrich Noethen als der von einer Midlife-Crisis geplagte Lehrer Helmut Halm und Katja Riemann als dessen Frau Sabine zu sehen. Den dynamischen Jugendfreund Klaus Buch und dessen junge Frau Helene verkörpern Ulrich Tukur und die 26-jährige Petra Schmidt-Schaller. Regie führt Rainer Kaufmann.

Walser, der in Überlingen lebt, sei noch nicht am Set gewesen, berichtete der Produzent. Der Schriftsteller habe sich jedoch mit dem Drehbuch, dessen Ende vom Original abweicht, sehr zufrieden gezeigt und freue sich über die Verfilmung. Walsers auch von der Kritik hochgelobter Bestseller war bisher nur als Fernsehfilm zu sehen. Regisseur Baumann werde den Stoff „als menschliche Komödie, mit Leichtigkeit, Tragik und intelligentem Humor“ in Szene setzen, kündigte von Gagern an. Das Beziehungsdrama spiele in der Gegenwart. „Der Stoff ist noch gültig“, betonte er.

Ulrich Tukur hat nach eigenem Bekunden vor allem das Manische und die Geheimnisvolle der Figur des Klaus Buch gereizt. Auch er hält den Stoff für weiter aktuell. „In den letzten 30 Jahren hat sich unter Paaren nichts geändert“, meinte er. Petra Schmidt-Schaller steht zum ersten Mal an der Seite großer Stars vor der Kamera. Die Verkörperung der oberflächlich wirkenden Helene, die immer neue Seiten ihrer Persönlichkeit offenbart, betrachtet sie als große Herausforderung.

Einig waren sich die Crew-Mitglieder, dass „Ein fliehendes Pferd“ nur am Bodensee verfilmt werden kann. „Der See, die Landschaft und die Mentalität gehören zu dem Stoff dazu“, betonte Tukur. Die Dreharbeiten am See dauern noch bis Ende September. Die Segelszenen auf dem sturmgepeitschten See sollen in einer Spezialanlage auf Malta entstehen. Der Film hat ein Budget von 3,7 Millionen Euro und ist eine Co-Produktion mit dem ZDF.

Kommentare werden geladen