Robert Wienes «Rosenkavalier» rekonstruiert

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Die Dresdner Semperoper hat eine ungewöhnliche Strauss-Premiere angekündigt. Am 6. September soll der „Rosenkavalier“-Stummfilm mit der Musik von Richard Strauss (1864-1949) in einer rekonstruierten Fassung aufgeführt werden, teilte das Opernhaus mit. Es spielt die Sächsische Staatskapelle Dresden unter Leitung von Frank Strobel.

Der 105 Minuten lange Streifen wurde in Kooperation mit dem Filmarchiv Austria, dem Filmverband Sachsen sowie Arte und ZDF wiederhergestellt und wird nun erstmals gezeigt. Der Kulturkanal Arte zeigt die Premiere aus der Semperoper, wo der Film auf einer 12 mal 8 Meter großen Leinwand zu sehen ist, am 29. Dezember.

Die Strauss-Oper „Der Rosenkavalier“ wurde 1911 an der Semperoper uraufgeführt und gehört heute zu den weltweit populärsten Werken des Musiktheaters. 1925 entstand in Regie von Robert Wiene („Das Cabinet des Dr. Caligari“) ein Stummfilm, der sich an der Opernvorlage orientierte. Strauss schuf dafür eine Musik, die nicht völlig identisch mit der seiner Oper ist und auf Gesang verzichtet. Die Uraufführung des Musikfilms fand 1926 an der Semperoper mit Strauss am Pult der Staatskapelle statt. Aufführungen in Wien, Berlin und London folgten.

Mit dem Tonfilm-Zeitalter geriet das Werk aber in Vergessenheit. Die letzte der acht Filmrollen ging verloren. Für die rekonstruierte Fassung wurde nun das Finale aus einzelnen, erhalten gebliebenen Filmsequenzen und Fotos rekonstruiert.

www.semperoper.de

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