Erstklässler haben "ordentliche Kenntnisse der biblischen Geschichte"

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TROSSINGEN-SCHURA - Noch heute ist es das Zentrum des Dorfgeschehens: das alte Rat- und Schulhaus in Schura, in dem heute unter anderem die Ortschaftsverwaltung residiert. 1846 wurde es erbaut und bereits in seinem Gründungsjahr von 63 Schülern besucht.

Von unserer Mitarbeiterin Ingrid Kohler

1846 war ein ereignisreiches Jahr für Schura: Neben der Berufung eines ersten "Pfarrverwesers", einem Stellvertreter im Pfarramt, erhielt die Bevölkerung einen eigenen Friedhof (wir berichteten). Doch damit nicht genug: Im selben Jahr wurde das Schul- und Rathaus von Schura erbaut, das noch heute Zentrum des Dorfgeschehens ist. Denn nicht nur die Ortschaftsverwaltung ist darin untergebracht - auch Vereine und Dienstleistungsbetriebe nutzen es bis in den kleinsten Winkel als "Multikulturelles Rathaus". Eine weitere außergewöhnliche Aufwertung mit Ausstellungen hat das Gebäude mit dem Einzug des Kunstkreises Schura erfahren.

Im Jahr 1846 war das noch gänzlich anders: Das Gebäude war zugleich Rat- als auch Schulhaus. Im dritten Stock wohnte zudem auch der Pfarrverweser, da das Pfarrhaus erst 48 Jahre später erbaut wurde. Da der Pfarrverweser die Dienstaufsicht über die Lehrer hatte, steht in seinem Bericht aus dem Jahr 1846 auch einiges über die Schule und den Lernstoff der Kinder:

109 Kinder besuchten damals die Klassen eins und zwei (Schura hatte damals 561 Einwohner!). Besonders gut waren sie den Aufzeichnungen nach im Schreiben "guter, frei aus dem Gedächtnis wiedergegebener Ausarbeitungen der Sonntagspredigt" und besaßen "gute und ordentliche Kenntnisse der biblischen Geschichte".

Die Schule war in dieser Zeit schon zweiklassig (in der heutigen Zeit würde das bedeuten, dass Schüler der Klassen eins bis vier die erste Klasse besuchen; Schüler ab der Klasse fünf zur zweiten Klasse zählen). Jeder der beiden Lehrer erteilte 24 Unterrichtsstunden wöchentlich. Der Schulmeister unterrichtete 63 Schüler, der Schulhelfer, der so genannte Provisor 52 Schüler.

Für den Unterricht hatten die Kinder jährlich 37 Kreuzer Schulgeld zu entrichten, doch manchen Eltern fiel es schwer, selbst diese geringe Summe aufzubringen. Der Schulmeister verdiente 308 Gulden und 30 Kreuzer jährlich; hinzu kamen noch kleinere Einnahmen aus der Tätigkeit als Mesner. Dagegen war das Gehalt des Schulhelfers bescheiden: Der Provisor bekam lediglich 120 Gulden ausbezahlt.

1600 Einwohner

Wesentlich besser bestellt sah es im Geldbeutel des Pfarrverwesers aus, denn sein Einkommen belief sich auf 428 Gulden und elf Kreuzer im Jahr. Dennoch klagte Pfarrverweser Waiblinger darüber, dass seiner Wohnung ein "Holzplatz, ein Stall mit Scheuer, eine Waschküche und ein Garten fehlt".

Froh darüber, dass er keinen Holzplatz, Stall und Garten zu betreuen hat, ist mit Sicherheit der heutige "Hausherr", Ortsvorsteher Dieter Kohler, der sich als echtes Schuraer Urgestein um die Belange von mittlerweile rund 1600 Einwohner kümmert.}

Vor 160 Jahren erbaut wurde das alte Schul- und Rathaus von Schura, das bis zum heutigen Tage das Zentrum des Dorfgeschehens geblieben ist. Repro: Ingrid Kohler} Kinder verbinden Wunden

ALDINGEN (fawa) - Sie sehen ganz schön gruselig aus, die offenen und blutigen Wunden. Aber beim DRK haben die Kinder aus Aldingen und Denkingen weit mehr gelernt, als nur, wie man realistisch Wunden schminkt.

Schürf-, Schnitt-, Biss-, Brandwunden und sogar offene Knochenbrüche: Mittels Knetmasse, Vaseline, Schminkfarben und Filmblut können die DRK'ler verschiedenste Wunden erschreckend realistisch darstellen. Denn bei Übungen ist es wichtig, dass die Szenarien so realistisch wie möglich aussehen - damit sich die Helfer richtig auf den Ernstfall vorbereiten können.

Die Kinder ließen sich davon nicht abschrecken: Das richtige Verbinden vom Fingerkuppenverband aus Pflaster bis zum Umgang mit dem Dreieckstuch wurde ihnen gezeigt. Außerdem durften sie sich auf die Vakuummatratze legen. Diese ist eine Trage und Ganzkörperschiene in einem, denn sie schmiegt sich direkt an die Körperformen an und fixiert diese dann in einem festen Bett, so dass auch Patienten mit komplizierten Beinbrüchen oder mit Rückenverletzungen sicher abtransportiert werden können. Auch die Fahrzeuge und Geräte des DRK durften die Kinder natürlich sehen. }

Ab Freitag, 22. September, beginnen wieder die Übungsabende des Jugendrotkreuzes in Aldingen: Vom 17.30 bis 18.30 Uhr kommen alle zwei Wochen die Acht- bis Zwölfjährigen zusammen. Die Zwölf- bis 16-Jährigen treffen sich jeden Freitag von 18.30 bis 19.30 Uhr.}

Es sieht ja schon ganz schön gruselig aus, was das DRK da geschminkt hat: Lukas Kramer (links) und Andreas Brummer zeigen ihre "Wunden". Foto: Czilwa

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