Schutzmantelkapelle ist ein Kleinod am Rande der Strecke

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MARKDORF - Seit 40 Jahren weist der gelbe Engel auf grünem Grund zu über 100 Klöstern, Kirchen und Schlössern entlang der Oberschwäbischen Barockstraße. In loser Folge stellt die SZ barocke Kleinode abseits der ausgeschilderten Route vor. Den Anfang macht die Schutzmantelkapelle in Markdorf.

Von unserer Mitarbeiterin Nora Pfeifer-Off

Die die Schutzmantelkapelle in der Sankt Nikolaus Kirche ist eins von mehreren Kleinoden in der Gehrenbergstadt. Sie wurde 1660 an das nördliche Seitenschiff angebaut. 1770 erfolgte die Stuckierung durch die Gebrüder Schmuzer, so dass am 8. Dezember des selben Jahres, am Fest der unbefleckten Empfängnis Mariens und zugleich dem Patrozinium der Schutzmantelbruderschaft, die Kapelle feier-lich eingeweiht wurde.

Die Schutzmantelmadonna, die im Zentrum des Raums steht, ist ein Werk von Johann Rueland aus dem Jahr 1474. Sie zeigt Maria im Typus der Frau, die das Leben hegt und schützt. Unter ihrem weit geöffneten Mantel finden viele verhältnismäßig klein dargestellte Personen Zuflucht. In der rechten Hand hält sie das Jesuskind.

Die Markdorfer Schutzmantelma-donna gehört zu den bekanntesten ihrer Art.

Die beiden bekleideten Mutter-gottes-Puppen mit natürlichen Haaren in den Nischen der Sei-tenwände sind ursprünglich Wallfahrtsbilder der Gotik und wurden in der Barockzeit umgestaltet. Die linke, eine Maria Königin aller Heiligen aus dem 13. Jahrhundert, stand einst in der ehemaligen Al-lerheiligenkapelle auf dem Gehrenberg und zählt zu den ältesten Mariendarstellungen am Bodensee.

In den Büsten des Heiligen Joachim und der Heiligen Anna, auf Rocaillesockeln am Altar, sind die Eltern Mariens zu sehen. Sie stammen wie die am Eingang der Kapelle dargestellten Casimir und Emmerich von Dominikus Hermengild Herberger (1694-1760).

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