Mindener Handballstar Duschebajew in U-Haft

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Minden (dpa) - Talant Duschebajew vom Handball-Bundesligisten GWD Minden ist am Montag vorläufig festgenommen worden. Der Spanier sitzt wegen Steuerhinterziehung und des dringenden Verdachts der Verdunklungsgefahr in Untersuchungshaft. Der 32-Jährige soll in die Steueraffäre seines ehemaligen Clubs TuS Nettelstedt verwickelt sein.

Wie der Verein am Dienstag bestätigte, verbrachte der Welthandballer der Jahre 1994 und 1996 die Nacht im Gefängnis. „Für mich ist er ein Opfer. Er ist in etwas hineingeraten was nicht er, sondern seine Berater zu verantworten haben“, meinte Nettelstedts ehemaliger Manager Karl-Heinz Thiemeyer.

Dem Vernehmen nach hat Duschebajew Steuern in sechsstelliger Höhe nicht bezahlt. Vor der Inhaftierung war das Haus des gebürtigen Kirgisen von der Steuerfahndung durchsucht worden. Er soll von dem Dortmunder Rechtsanwalt Reinhard Rauball aus Dortmund vertreten werden. Auch Mindens Trainer Aleksandr Rymanow, dessen Team noch zwei Saisonspiele gegen Eintracht Hildesheim und HC Wuppertal bestreiten muss, wurde von der Nachricht überrascht: „Für die Mannschaft ist es ein Schock. Jetzt müssen wir zur Not ohne ihn auskommen.“

Nicht nur beim Saisonendspurt, sondern auch bei der Pokalendrunde mit vier Mannschaften am 26./27. Mai droht den Ostwestfalen ein Ausfall des eingebürgerten Spaniers. Der Pokal-Showdown in Hamburg war eigentlich als Abschiedsspiel von Duschebajew gedacht, weil der Regisseur nach vier Jahren in Deutschland zum spanischen Spitzenclub Ciudad Real wechseln will. Nach Meinung von Thiemeyer hat die Steuerfahndung nicht zuletzt deshalb so schnell und hart reagiert.

Zur Saison 1997/98 war der Weltmeister und Olympiasieger von Teka Santander zum TuS Nettelstedt gewechselt, hatte aber bereits eine Spielzeit später beim Rivalen GWD Minden angeheuert. Dem TuS Nettelstedt wird von der Steuerfahndung Bielefeld vorgeworfen, im Zeitraum Anfang 1997 bis 2000 die Lohnsteuer nicht vollständig und ordnungsgemäß entrichtet zu haben. Bereits im Dezember waren deshalb die Geschäftsräume des Handball-Bundesligisten durchsucht worden.

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