Auch ein Café gibt es im Verlagshaus

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KISSLEGG-IMMENRIED - Die seit dem Brand vom Gasthof Hirsch seit Jahren verwaiste Ortsmitte von Immenried erhält ein neues Bild. Der fe-Medienverlag GmbH plant dort den Bau eines repräsentativen Verlagsgebäudes, mit einem öffentlichen Café und einem Backshop.

Von unserer Mitarbeiterin Gabriele Hoffmann

Das Baugelände gegenüber der barocken Kirche, direkt an der Hauptstraße, ist ein Filetstück im Immenrieder Ortskern. Ein Gebäude auf diesem Platz prägt das Ortsbild. Das sah auch der Gemeinderat so und hatte zur Absicherung der bauleitplanerischen Ziele der Gemeinde im Februar 2005 eine Veränderungssperre erlassen.

Medienverlag baut

Das jetzt von der ortsansässigen Firma fe-Medienverlag geplante Verlagsgebäude "entspricht den Vorstellungen der Gemeinde, fügt sich gut in die Umgebungsbebauung ein und wertet die Ortsmitte von Immenried eindeutig auf", heißt es in der Tischvorlage der Verwaltung. Der fe-Medienverlag ist Presse-Apostolat der "Fatima Aktion". Aus seinem Haus kommen drei Zeitschriften und jährlich zwischen zehn und 20 Buchtitel. Der Verlag beschäftigt sieben Mitarbeiter.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte der Münchner Architekt Thomas Schilling das geplante Bauvorhaben vor. Schilling hat einige Jahre in Kißlegg gelebt und war während dieser Zeit ehrenamtlich für die "Fatima Aktion" tätig. Bei dem von ihm geplanten Bau handelt es sich um ein dreiflügeliges Objekt. Verwaltung und Lager sind zweigeschossig mit Satteldach geplant. Der verbindende Mittelteil ist eingeschossig. Der Kostenplan für den Bau liegt bei rund 700  000 Euro netto.

Der Ortschaftsrat hat dem Bauvorhaben bereits einstimmig zugestimmt, erklärte Heribert Weimer, und Manfred Rommel vom Bauamt stellte eine Ausnahme von der bis Juli 2007 befristeten Veränderungssperre in Aussicht. Der Gemeinderat gab dann einstimmig sein Einvernehmen zum Bau des Verlagsgebäudes.

Das Highlight für die Immenrieder aber ist das von dem fe-Medienverlag im Haus vorgesehene öffentliche Café mit einem Backshop, eventuell auch mit Kleinigkeiten für den täglichen Bedarf. Beides soll von den Mitarbeitern der Firma betreut werden. Nur durch diese Kombination ist der Betrieb von Café und Backshop finanziell tragbar. Das Vorhaben ist für eine Bezuschussung aus dem "Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum" angemeldet und aufgenommen worden.

Insgesamt 50 000 Euro Zuschuss. aufgeteilt auf zwei Bereiche, stellt der Gemeinderat dem fe-medienverlag zur Verfügung. Einstimmig fiel das Votum für eine Dienstbarkeitsentschädigung in Höhe von 15 000 Euro für Bereitstellung, Anlage und Unterhalt der firmeneigenen Parkplätze, die auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, sofern sie der Verlag nicht benötigt. Der zentrale Parkplatz steht damit auch langfristig der Öffentlichkeit, zur Verfügung.

Bei zwei Enthaltungen wurde einem Zuschuss über 35  000 Euro zugestimmt, für ein fixiertes Nutzungskonzept von Café und Backshop. Vorgesehen ist eine Mindestöffnungszeit von 30 Stunden pro Woche. Gleichzeitig stellt der Verlag die Räumlichkeiten außerhalb der Öffnungszeiten den Immenrieder Vereinen und der Ortsverwaltung mietfrei zur Verfügung.

Projekt eröffnet Chance

Für Immenried, in dem es seit längerem weder eine öffentliche Gaststätte, noch einen Laden gibt, entwickelt sich so eine Chance für einen lebendigen Ortskern. Immer wieder waren von den Bürgern fehlende Einkehr- und Einkaufsmöglichkeiten bedauert worden, denn alle Versuche auf dem ehemaligen Hirschgelände oder an anderen zentralen Orten solche Möglichkeiten zu schaffen, waren in er Vergangenheit immer fehlgeschlagen.

Architekt Schilling rechnet mit einem Baubeginn im August 2006 und einer Fertigstellung Mitte 2007. Soweit möglich sollen Handwerker aus der Region berücksichtigt werden.

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