Kranke helfen einander und

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gehen an die Öffentlichkeit

AALEN - Heute und morgen stehen in der Aalener Stadthalle Selbsthilfegruppen im Mittelpunkt des Besucherinteresses. Vor Ort informieren rund 50 über ihre unverzichtbare Arbeit in der Selbsthilfe gegen verschiedenste Erkrankungen. Indirekt werden 250 Gruppen vertreten sein.

Von unserem Mitarbeiter Herbert Kullmann

Die Liste der beteiligten Organisationen ist mittlerweile so lang wie die der möglichen Krankheiten. Die Anonymen Alkoholiker, der Körperbehindertenverein, die Lebenshilfe oder die immerhin 4000 Mitglieder starke Rheuma-Liga dürften die bekannstesten unter den Organisationen sein.

Unbekannter sind dagegen CSF, CoDA oder IEB DEBRA. Hinter allen Abkürzungen verbergen sich Krankheiten, von denen auch Menschen im Ostalbkreis betroffen sind. "Wir wollen allen, die bisher ihre Erkrankung verborgen hielten, die Scheu vor der Öffentlichkeit nehmen", sagte Edgar Grätzer von der Planungsgruppe, die die Veranstaltung vorbereitet. Seine Kollegin Ingrid Winter sieht im Selbsthilfegruppentag eine ideale Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, um so Synergien zu schaffen.

Mit einem Infostand wird die Lebenshilfe Aalen/Schwäbisch Gmünd vertreten sein. Beide Ortsvereine engagieren sich für die Belange, Rechte und Wünsche von Menschen mit geistiger Behinderung und deren Angehörigen, sowohl Erwachsene als auch Kinder. Die Lebenshilfe ist Träger von Sonderschulkindergärten, sie unterhält einen familienentlastenden Dienst und verwaltet eigene Wohnbereiche. In Aalen betreut die Lebenshilfe rund 180 Menschen.

Diagnose fällt oft schwer

Zu den eher unbekannteren Organisationen gehört die Selbsthilfegruppe "Kollagenosen und Vaskulitiden". Deren Mitglieder leiden unter einer seltenen rheumatischen Erkrankung, die sich durch Entzündungen der Gelenke, Muskeln und sonstiger Weichteile bemerkbar macht. Durch Entzündungen betroffen sein können aber auch innere Organe, in Ausnahmefällen selbst das Gehirn. Die Diagnose ist meist schwer zu stellen, da die Symptome ständig wechseln und lange Zeit eher untypisch in Erscheinung treten. Die Gruppe trifft sich in Ellwangen.

Hepatitis C ist eine durch die Infektion mit dem C-Virus ausgelöste Leberentzündung, die in der akuten Phase meist unbemerkt verläuft, dann jedoch bei etwa 80 Prozent der Infizierten einen chronischen Verlauf nimmt und nach Jahren zu Leberzirrhose und Leberzellkrebs führen kann. Das Hepatitis-C-Virus wird durch Blut-zu-Blut-Kontakte übertragen, heute überwiegend bei Drogennutzern, aber auch bei mangelhafter Hygiene im medizinischen Bereich, beim Ohrlochstechen, Tätowieren und Piercing. Knapp eine Million Menschen in Deutschland sind infiziert, 200 Hepatitis-C-Kranke leben im Ostalbkreis.

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