Wie Archäologie zum Abenteuer wird

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Das Biberacher Braith-Mali-Museum hat einen neuen Ausstellungsführer herausgebracht.   Darin spüren drei Autoren auf 200 Seiten der Faszination einer nach wie vor aktuellen Wissenschaft nach: der Archäologie.

Einige Belegstücke aus den 1875 entdeckten Schussenrieder Pfahlbauten gehörten zu den ersten archäologischen Fundstücken, die im Jahr 1898 mit der Schenkung der geologisch-paläontologischen Sammlung von Pfarrer Dr. Josef Probst (1823 - 1905) nach Biberach kamen. Der Biberacher Kunst- und Altertumsverein sammelte, nachdem 1902 das Museum gegründet worden war, weiter. Bald jedoch ebbte die Euphorie für Altertümer wieder ab. Erst 1965 übernahm die Stadt Biberach eine der bedeutendsten archäologischen Privatsammlungen Süddeutschlands als Leihgabe: die Sammlung Forschner. Diese Sammlung des Zahnarztes Dr. Heinrich Forschner (1880 - 1959) umfasst rund 22  000 Fundstücke von mehr als 300, meistens oberschwäbischen Fundplätzen. Der Wert der Forschnerschen Sammlung liegt darin, dass die Funde genau beschrieben und den jeweiligen Herkunftsorten zugewiesen sind. Erst diese Sammlung ermöglichte die Einrichtung einer archäologischen Abteilung im Biberacher Braith-Mali-Museum.

Der neue Museumsführer widmet Heinrich Forschner folgerichtig einen eigenen Aufsatz, geschrieben von Andreas Gut, dem wohl besten Kenner der Sammlung. Der Archäologe Dr. Roland Wiermann beantwortet anschließend in zwei kurzen Abrissen grundsätzliche archäologische Fragen: "Graben oder nicht graben?" und "Was ist alt?" Frank Brunecker, der Leiter des Braith-Mali-Museums, leistet dann auf rund 80 Seiten einen forschen Ritt durch die archäologische Geschichte Süddeutschlands bis hin zur Stadterhebung Biberachs.

Der 80-seitige Katalogteil beginnt mit der Entdeckung der 1 3 000 Jahre alten Ren-Geweihe an der Schussenquelle und endet mit einem alamannischen Baumsarg aus dem sechsten nachchristlichen Jahrhundert. Dazwischen erfährt der Leser etwas über Feuersteine vom Henauhof, die Heuneburg, die Römer in Biberach und über das "Mädchen mit der Perlenkette" (600 - 640 n. Chr). Der Katalog ist erhältlich im Biberacher Museum für zehn Euro.

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