Spieglers Werk hängt in Erisdorfs Kirche

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ERISDORF (hb) - In einer losen Serie stellt die Schwäbische Zeitung "Kunst und Geschichte rund um den Bussen vor". Im ersten Teil der Serie geht es um Erisdorf und das Kunstwerk von Franz Joseph Spiegler.

Das nahe bei Riedlingen schon um 1311 erwähnte Erisdorf liegt malerisch im Röthenbachtal, und erstreckt sich mit Dorfzentrum und neuzeitlichen Siedlungen auf die Moränenhochfläche der Rißeiszeit. Bei Grabungen fand man alemannische Reihengräber, die auf eine viel weiter zurückliegende Besiedlung schließen lassen.

Nach verschiedenen Ortsherrschaften, wie das Inselkloster Reichenau, die Herren von Veringen, gelangte Erisdorf über die Hornstein an das Spital Riedlingen. Riedlingen besaß auch bis 1805 die Gerichtsbarkeit.

Oberhalb der Talsenke mit der ehemaligen Mühle im Röthenbachtal befindet sich das kirchliche Dorfzentrum mit der Pfarrkirche St. Bartholomäus, die am 20. August 1410 geweiht wurde. Um 1710 wurde der Chor und 1896 das Kirchenschiff erneuert. Nach der letzten Renovierung, die zwar die Kirche etwas nüchterner machte, konnten bedeutende Kunstwerke in der Kirche verbleiben, so die barocke Madonna, der heilige Wendelin, Konrad und Stefanus.

Die Spitalpflege Riedlingen erteilte 1721 dem nachmalig so berühmten Maler Franz Joseph Spiegler, 1691 in Wangen geboren und 1757 in Konstanz verstorben, den Auft rag, ein Altarblatt in Öl zu malen. Spiegler, der vorher in München, und dann in Ottobeuren beschäftigt war, ließ sich 1727 bis 1752 in Riedlingen nieder, denn vor allem das benachbarte Kloster Zwiefalten lockte mit Aufträgen.

In Ottobeuren wurde Spiegler unter anderem durch den Venezianer Jacobo Amigoni in der Freskokunst geschult. So darf es einen nicht wundern, dass Spiegler bereits 1721 das Altarblatt für die Pfarrkirche Erisdorf malen durfte. Dieses oft nicht beachtete Bild hängt an der rechten Chorseite, und wirkt dort etwas verloren.

Das Ölbild zeigt , trotz einer früher vorgenommenen Restaurierung, die Meisterschaft Spieglers. Im oberen Drittel zeigt es Maria mit dem kleinen Jesus, umgeben von den heiligen Franziskanermönchen Franziskus, Antonius und Johann Capistran, den heiligen Nikolaus mit seinem Attribut der Bischofsmitra, die eine Putte zeigt.

In der unteren Bildhälfte sind die Heiligen Bartholomäus und Johann von Nepomuk zu sehen. Die Gesichtszüge des heiligen Nikolaus gleichen denen von Spieglers St. Josef in Bronnen.

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