MITTELBIBERACH - Im Rahmen eines Festaktes wurde an Karfreitag die Skulptur "Die trauernden Frauen" im Rathaus in Mittelbiberach vom Künstler Herbert Prinoth enthüllt, der das Kunstwerk zusammen mit seinem Bruder Rudi in Holz gearbeitet hat.

Von unserer Redakteurin Carmen buenaventura

Eine Glocke sei mehr als ein Instrument. "Sie ist Symbol für die gute alte, gemütliche Zeit", sagte Bürgermeister Heinrich Gutlederer, der außerdem auf die bildhafte deutsche Sprache einging. "Wie für unsere Sprache benötigen wir auch für den Ausdruck unserer Gefühle Musik, Farben, Bilder und Skulpturen", leitete er zu dem Anlass, der Enthüllung der Nachbildung "Die trauernden Frauen von Mittelbiberach über. Der Künstler habe vor fast 600 Jahren mit herausragendem Feingefühl und Können und treffender als mit vielen unzureichenden Worten all das Leid versinnbildlicht, das eine Mutter im Angesicht des Todes des eigenen Sohnes empfinde. Er bringe das Verzagen, die Hoffnungslosigkeit, die Betroffenheit und das Mitgefühl der Maria beistenden Personen in unnachahmlicher Weise in den Körpern, in den Gesichtern der Trauernden zum Ausdruck.

Gutlederer erinnerte daran, dass das Kunstwerk ursprünglich in Privatbesitz in Mittelbiberach war. Heute befindet es sich im Eigentum der Staatlichen Museen in Berlin. Aufbewahrt wird die Skulptur im Magazin der Skulpturensammlung des Museums für die Öffentlichkeit unzugänglich. Mit Unterstützung von MdB Franz Romer (CDU) hatte Bürgermeister Gutlederer die Möglichkeit, das Original zu sehen, dessen materieller Wert im sechs- oder gar sGemeinde Mittelbiberach nicht bezahlbar wäre. "Sollen wir deshalb für immer und ewig darauf verzichten. Soll dieses Werk dauerhaft für uns und den oberschwäbischen Raum im Magazin verschlossen bleiben, fragte der Bürgermeister und hob das Traditionsbewusstsein der Mittelbiberacher hervor. für ihn sei die Antwort eindeutig und ohne jeglichen Zweifel. Das Kunstwerk müsse wieder seinen Platz in Mittelbiberach erhalten. Seien es nun "die weinenden Frauen" oder "die Trauernden aus Mittelbiberach". Man könne eine Reihe von Fragen nicht mehr beantworten. Der letzte beweisbare Standort sei in der Buchauer Straße in Mittelbiberach.

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