Abschied von Oscar Pauli bewegt die Trauergemeinschaft

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FRIEDRICHSHAFEN (sig) - Zahllose ehemalige Kollegen und Freunde haben gestern in der Friedhofskapelle zusammen mit der Familie in einer bewegenden Trauerfeier Abschied von Oscar Pauli genommen. Der frühere Betriebsratsvorsitzende von Dornier war kurz nach seinem 67. Geburtstag unerwartet gestorben.

Oscar Pauli, der auch Stadt- und Kreisrat, Mitglied des Landtags und vielfach ehrenamtlich engagiert, unter anderem bei den Sozialdemokraten,und mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde, hätte vermutlich lieber eine kleine Feier gehabt, meinte Pfarrer Markus Hirlinger. Gekommen seien viele, die ihn geschätzt haben, und es tue gut, miteinander Abschied zu nehmen. Abschied von einem Menschen, der weit über die Region hinaus gewirkt habe und der nach einer Bandscheibenoperation einem Herzversagen erlegen sei. An seinem letzten Arbeitstag nach 33 Jahren sei er mit den Worten gewürdigt worden: "Männer wie Oscar Pauli sind es, die für den sozialen Frieden in Deutschland Verantwortung tragen", zitierte der Pfarrer. Oscar Pauli habe das Ohr am Volk gehabt, habe für seine Kollegen zahlreiche Sozialleistungen erreicht, immer aber auch ein Gespür für das Machbare der Arbeitgeberseite gehabt. Es sei ihm gelungen beide Seiten miteinander zu versöhnen. MdL Norbert Zeller zeigte sich tief bestürzt über den Tod von Oscar Pauli, der noch viele Pläne gehabt habe. Engagiert, couragiert und sprachgewandt habe er sich für die Beschäftigten von Dornier eingesetzt. Gemeinsam mit seinem Freund Rolf Schilpp sei er in Meckenbeuren zur Schule gegangen, habe anschließend die höhere Schule in Ravensburg besucht und sich besonders für Luft- und Raumfahrt interessiert. Am 1.4. 1968 war er als Konstrukteur in den Flugversuch bei den Dornier-Werken eingetreten und im selben Jahr zur SPD gekommen. Als Sozialdemokrat und Betriebsrat habe er sich für junge Menschen und solche, die nicht auf der Sonnenseite des Leben stehen, eingesetzt. Vertrauen, Ehrlichkeit und Offenheit haben ihn ausgezeichnet, sagte Zeller. Die Rettung der Firma Dornier sei Oscar Paulis Verdienst gewesen, gemeinsam mit Rolf Schilpp habe er erreicht, dass entlassene Vorstandsmitglieder wieder eingestellt worden waren. Bei der Auflösung der Firma CRAS habe er sich für Sozialpläne eingesetzt, Oscar Pauli habe für Freiheit, Menschlichkeit und Solidarität gestanden. OB Büchelmeier sagte, der viel zu früh Gegangene sei ein Beispiel für gesellschaftliches Engagement. "Gestalten wollte er, etwas bewegen und verändern". Marita (Sopran) und Georg Hasenmüller (Orgel) umrahmten die Feier.

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