Becker bedient, um Krebspatienten zu helfen

Lesedauer: 5 Min

MEERSBURG - Über 2100 Euro hat der Benefizabend zugunsten der Marga-Comiotto-Stiftung in der "Alten Post" am Freitag eingebracht. Mit diesem Geld werden Einrichtungen unterstützt, die krebskranke Menschen psychologisch betreuen.

Von unserem Mitarbeiter Cezary Bazydlo

Die Marga-Comiotto-Stiftung fördert die psychologische Betreuung krebskranker Menschen. Sie setzt sich für eine Professionalisierung auf diesem Gebiet ein und vergibt regelmäßig Geldpreise an Kliniken und Selbsthilfegruppen. In diesem Jahr wurde die Freiburger Klinik für Tumorbiologie mit 5000 Euro bedacht.

Wie sehr die Diagnose Krebs das Leben der Betroffenen aus der Bahn wirft, hat Stiftungsgründer Silviano Comiotto am eigenen Leib erfahren. 1990 starb seine 36-jährige Frau Marga an Krebs. Seitdem weiß er, dass zur Krebstherapie nicht nur Medikamente gehören, sondern auch eine professionelle seelische Begleitung. Doch die stecke in Deutschland noch in den Kinderschuhen, so Comiotto. Seine 2001 gegründete Stiftung soll Abhilfe schaffen. Sie hat in Meersburg ihren Sitz und ist eine von 44 Stiftungen, die im Bodenseekreis ansässig sind.

Kranke kämpfen mit Angst

Dr. Tanja Vollmer vom Münchner Klinikum Großhadern schilderte die Situation der Kranken. Sie befinden sich urplötzlich in einer ganz anderen, fremden Welt, haben mit Wut und Trauer, mit Angst und Schmerzen zu kämpfen und fragen sich nicht selten, warum die Krankheit gerade sie treffe. Auf diese Weise können sogar Schuldgefühle entstehen - eine Situation, die sich negativ auf die Heilungschancen auswirkt. Doch eine psychologische Hilfe könnten sich nur wenige Patienten leisten, sagt die Ärztin. Die Behandlung werde von den Krankenkassen nur ausnahmsweise finanziert, außerdem gebe es noch wenig Ärzte mit einer psychoonkologischen Zusatzausbildung. Sie wies auch darauf hin, dass nicht nur die Kranken, sondern auch die Mediziner Unterstützung brauchen - zu oft heißt es nämlich Abschied nehmen.

In den vergangenen vier Jahren hat Silviano Comiotto zahlreiche Mitstreiter für seine Sache gefunden. Seine Benefizveranstaltungen, die er im ganzen Bodenseeraum organisiert, finden immer freigebige Sponsoren. So war es auch am Freitagabend. Die Gastwirtfamilie Bonechi bereitete ein phantasievolles Vier-Gänge-Menü vor, das alle Sinne ansprach. Die Suppe wurde in ausgehöhlten Kürbissen gereicht und der Salat kam in essbaren Schüsseln aus Pizzateig auf den Tisch.

Firmen liefern umsonst

Bürgermeisterin Sabine Becker band sich an diesem Abend eine Schürze um und bediente mit viel Charme die Gäste. Die Lieferanten des Hauses beteiligten sich mit Lebensmittel- und Getränkespenden an der Veranstaltung. Weitere Sponsoren aus der Region sorgten für eine reich bestückte Tombola. Der Meersburger Grafiker Felix Weiler stiftete mehrere Holzschnitzereien, die in der "Alten Post" zum Verkauf ausgestellt sind - der Erlös wird ebenfalls der Comiotto-Stiftung zugute kommen. Der Kinderchor der Sommertalschule unterhielt die Anwesenden mit Gesang.}

Kürbissuppe bringt Bürgermeisterin Sabine Becker den Gästen in der "Alten Post" an den Tisch. Die 2100 Euro, die der Benefizabend einbrachte, sollen der psychologischen Betreuung krebskranker Menschen zugute kommen. Foto: baz}

Wer die Arbeit der Stiftung unterstützen will, kann spenden: Kontonummer 140 23 07, BLZ 690 618 00, Volksbank Überlingen. Weitere Informationen gibt es unter www.comiotto-stiftung.de

Kommentare werden geladen