DEL-Aus für Wolfsburg - Kassel bleibt erstklassig

Lesedauer: 4 Min

Das Unternehmen DEL ist für die Grizzly Adams Wolfsburg nach nur einer Saison beendet. Auf der DEL-Gesellschafterversammlung in St. Leon-Roth sprachen sich die 14 Club-Vertreter in einer geheimen Abstimmung gegen eine weitere Lizenzerteilung für den Vorjahres-Aufsteiger aus.

Damit behalten die sportlich abgestiegenen Kassel Huskies auch in der kommenden Spielzeit ihren Platz in der höchsten deutschen Eishockey-Liga. Die Wolfsburger konnten in der Abstimmung nicht die erforderliche Dreiviertelmehrheit der Stimmen erreichen, die zur Verlängerung der Ausnahmegenehmigung für das nicht den DEL-Regularien entsprechende Eisstadion erforderlich gewesen wäre. Die Ausnahmegenehmigung für die DEL-untaugliche Halle im Wolfsburger Allerpark endet mitten in der Saison am 31. Dezember. Der erste Spatenstich für das 25 Millionen Euro teure Projekt, das 5200 Zuschauer fassen wird, ist am 28. April dieses Jahres erfolgt. Viel mehr ist aber nicht passiert.

„Wir sind natürlich sehr enttäuscht. Wir hatten fest damit gerechnet, dass wir drin bleiben“, sagte Karl-Heinz Lorenz, einer der drei Grizzly-Geschäftsführer, nachdem die Clubs mehrheitlich den Wolfsburger Antrag auf Verlängerung der Ausnahmegenehmigung bis zum 30. April 2006 abgelehnt hatten. Wir müssen nun „klaren Kopf behalten und prüfen, ob es eine Einspruchsmöglichkeit gibt“, ergänzte Lorenz. Der Bau der Halle werde aber in jedem Fall „durchgezogen“.

Ob die Niedersachsen in der neuen Saison in der 2. Liga antreten, ist noch offen. „Wir wissen noch nicht, wie es weitergeht. Wir waren uns eigentlich ziemlich sicher. Deshalb haben wir uns für einen solchen Notfall auch noch keine Gedanken gemacht“, gestand Lorenz' Geschäftsführer-Kollege Bernd Rumpel.

Für die Wolfsburger Spieler kam die Entscheidung nicht so überraschend. „Man musste mit dieser Möglichkeit rechnen. Im Moment sieht es so aus, als ob ich beim falschen Club unterschrieben habe“, meinte Lars Brüggemann. Der Verteidiger war auch bei Kassel im Gespräch. Wolfsburg hat bereits 19 Profis für die kommende Saison unter Vertrag genommen.

Bei der niedersächsischen Konkurrenz hat der wahrscheinliche Zwangsabstieg der Grizzlies keine Freude ausgelöst. „Es ist traurig, dass es überhaupt zu dieser Entscheidung kommen musste. Ich hätte am liebsten beide drinbehalten“, erklärte Marco Stichnoth, Manager der Hannover Scorpions. Sein Verein hat die Lizenz ohne Auflagen erhalten und geht in die zehnte Saison in der höchsten deutschen Spielklasse.

In Kassel wurde die Entscheidung mit Freude aufgenommen. „Ich freue mich vor allem für die Fans und Sponsoren“, sagte Huskies- Manager Joe Gibbs. Auf ihn wartet wegen der mehrmonatigen Ungewissheit allerdings viel Arbeit. „Spieler, Trainer, Testspiele und Trikots müssen nun ganz schnell organisiert werden“, sagte Gibbs, der bisher nur eine Hand voll Spieler für die kommende Saison zur Verfügung hat. Als neuer Trainer ist der Kanadier Bill Stewart im Gespräch.

Die DEL beschloss auf ihrer Tagung des Weiteren die Aufnahme des EV Duisburg als Aufsteiger aus der 2. Bundesliga. Außerdem wurde der bisherige Aufsichtsrat mit Gerd Schröder (Frankfurt Lions) als Vorsitzendem bestätigt.

Kommentare werden geladen