Neues Opfer in rätselhafter Mordserie

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Ein Grieche ist in München neues Opfer einer bundesweiten rätselhaften Mordserie geworden. Der 41-jährige Angestellte eines Schlüsseldienstes war am Mittwochabend mit mehreren Kopfschüssen ermordet worden. Tatwaffe war in allen früheren Fällen eine tschechische Pistole der Marke „Ceska“ vom Kaliber 7,65.

Untersuchungen der Projektile durch das Bundeskriminalamt ergaben, dass es sich um die selbe Waffe handelt, mit der bereits eine Serie von Morden an türkischen Geschäftsleuten verübt worden war. Dabei waren seit dem Jahr 2000 sechs türkische Kleinunternehmer in ganz Deutschland umgebracht worden. Erst vor einer Woche wurde in Nürnberg der 50 Jahre alte Besitzer eines türkischen Imbiss erschossen.

Die Kripo geht bei der Suche nach dem Motiv für diese Morde von möglichen Verbindungen der Opfer zu Drogenhändlern in den Niederlanden aus. Es könnte aber auch um Geldwäsche oder auch um Schutzgelderpressung gehen, sagte ein Sprecher. „Die Ermittlungen gehen in alle Richtungen.“ Der Mord an dem Griechen trage die Züge einer „Hinrichtung“, sagte Oberstaatsanwalt Peter Boie. „Es handelt sich um ein ganz kaltschnäuzig begangenes Verbrechen.“

Der Täter nahm kein Geld mit, obwohl sich Bargeld in der Kasse befand, wie der Leiter des Münchner Morddezernats, Harald Pickert, berichtete. Die Spurenlage sei schlecht, sagte Boie. Die Ermittler setzen deshalb vor allem auf Zeugenaussagen. Die Polizei richtete eine 20- köpfige Sonderkommission „Theo“ ein. Der Grieche hinterlässt zwei Töchter.

Die Verbrechensserie hatte im Jahr 2000 in Nürnberg begonnen. Damals wurde ein türkischer Blumenhändler in seinem Verkaufsstand erschossen. Es folgten Morde in München, Rostock und Hamburg. Die Nürnberger Polizei hat inzwischen eine Sonderkommission „Halbmond“ eingerichtet, die mit den Ermittlern in den anderen Städten zusammenarbeiten. Möglicherweise soll auch der jüngste Münchner Fall an die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth abgegeben werden, da drei der nunmehr sieben Fälle in die Zuständigkeit der Nürnberger Anklagebehörde liegen.

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