DHB-Team siegt in Israel zur Sommerpause

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Die deutschen Handball-Männer haben ihren diplomatischen Dienst erfolgreich absolviert und sich mit einem Sieg in die Sommerpause verabschiedet.

Der Europameister bezwang in Raanana Gastgeber Israel mit 27:25 (14:11). Vor 1800 Zuschauern in der ausverkauften Metro West Arena war der Düsseldorfer Michael Hegemann (6) bester deutscher Werfer, während der ehemalige Göppinger Idan Maimon (11/6) die meisten Tore für den Gastgeber warf. Der Olympia-Zweite bestritt mit dem Länderspiel den sportlichen Höhepunkt des Festprogramms aus Anlass der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel vor 40 Jahren.

„Trotz einiger Fehler haben wir gut gekämpft. Es war zu merken, dass die Mannschaft über wenig Erfahrung verfügt und noch in der Lernphase ist. Zum Saisonabschluss haben wir das Spiel noch einmal konzentriert nach Hause gebracht“, sagte Bundestrainer Heiner Brand, dessen Team in der 46. Minute beim 18:19 zum zweiten und letzten Mal in Rückstand geraten war.

Im Beisein des deutschen Botschafters Rudolf Dreßler, der die deutschen Handballer im Anschluss an die Partie zu einem Empfang begrüßte, startete der Europameister furios. Nach vier Minuten lagen die Gäste mit 4:0 in Front und bauten den Vorteil bis auf 6:1 (8.) aus. Die Israelis waren dem erneut neu formierten Olympia-Zweiten zwar technisch und auch körperlich weitgehend unterlegen, doch kompensierten sie die Defizite mit Kampfgeist und Entschlossenheit.

Vor allem der 40-jährige Torwart-Hüne Leonid Doroshenko und der frühere Göppinger Rückraumspieler Idan Maimon mit fünf Treffern in der ersten Halbzeit hielten die Gastgeber im Spiel. In der 21. Minute übernahmen die Israelis mit 11:10 gar die Führung. Mit vier Toren hintereinander sorgte die deutsche Mannschaft, in der Michael Hegemann bis zur Pause mit sechs Treffern die meisten Akzente setzte, aber schnell wieder für einen Drei-Tore-Vorsprung.

„Die Mannschaft ist jung und unerfahren. Wir werden unser Bestes geben“, hatte Brand angekündigt. Für den Bundestrainer war die Tour nach Israel auch eine Reise in die Vergangenheit: Als gerade 21 Jahre alter Kreisspieler hatte der Gummersbacher am 1. Juli 1974 in Holon beim ersten Länderspiel gegen Island (24:15) mit zwei Treffern ein gelungenes Nationalmannschafts-Debüt gefeiert. „Das war mein erstes Länderspiel. Schon deswegen war es ein besonderes Erlebnis“, sagte der heute 52-Jährige.

Die deutschen Handballer waren für Israels Handball- Nationalmannschaft der willkommen harte Prüfstein für die Ausscheidungsspiele zur Europameisterschaft in der Schweiz. Mit Erfolgen am 11. Juni in Raanana und am 15. Juni in Metz gegen den WM- Dritten Frankreich will sich Israel zum zweiten Mal nach 2002 für eine EM qualifizieren.

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