Otto Julius Maier bekommt Ehrenmedaille – Vier Ehrennadeln:Hohe Ehre für vier Bürger(innen)

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RAVENSBURG (sz) - Als dritter Bürger nach dem Arzt Dr. Karl Konradin Lang und dem Apotheker Reinhold Nonnenbroich hat der Unternehmer Otto Julius Maier (Ravensburger) jetzt die Ehrenmedaille der Stadt Ravensburg erhalten. Mit der Ehrenmedaille zeichnete die Stadt Dr. med. Irmgard Rommelspacher, Gründerin des Seniorentreffs, Mechthild Gräfin von Walderdorff, Gründerin des Vereins Frauen mit Kindern in Not, und den hochverdienten Sportfunktionär Günther Heinke aus.

Von unserem Redakteur Siegfried Kasseckert

Selten sah der Schwörsaal so viele bekannte und prominente Gäste, aber auch so viele einfache Bürger wie am Montagabend beim Festakt. Per einstimmigem Beschluss hatte der Gemeinderat den vier Persönlichkeiten die hohen Auszeichnungen verliehen, die drei Ehrennadeln wurden überhaupt zum ersten Mal vergeben. Auszüge aus den Verleihungsurkunden: Otto Julius Maier hat 1952 die Verantwortung für das Familienunternehmen übernommen, unter seiner Führung erlangte das Unternehmen „Ravensburger AG“ weltweite Bedeutung. Als Präsident der IHK Bodensee-Oberschwaben hat Maier die nachhaltige Standortpolitik in Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Kommunen gefördert. Herr Maier hat sich um die Stadt Ravensburg und die Region verdient gemacht.

Auf Initiative von Dr. med. Irmgard Rommelspacher wurde 1980 der „Seniorentreff Ravensburg e. V.“ gegründet, dessen erste Vorsitzende sie bis 1985 war. Mit über 1000 Frauen und Männern ist der Seniorentreff eine erfolgreiche Gemeinschaft.

Mechthild Gräfin von Walderdorff gründete 1983 zusammen mit anderen Frauen den Verein „Hilfe für Frauen mit Kindern in Not e. V.“ – das Frauenhaus Ravensburg. Mutig, offen und erfolgreich hat Gräfin von Walderdorff sich gegen die Gewalt in den Familien gestellt – eine Herausforderung, die heute so aktuell wie bei der Gründung des Vereins ist.

Günther Heinke ist seit 1951 in Oberzell und Eschach ehrenamtlich für den Sport tätig – sei es als Jugendleiter oder als Vorsitzender und beim Bau von Sportanlagen. Als Sportkreisvorsitzender hat Heinke von 1974 bis 1995 die Belange des Sports in den Städten und Gemeinden des Landkreises erfolgreich vertreten.

OB Vogler, der beim Festakt die Amtskette trug, konnte unter den Gästen auch die Landtagsabgeordneten Köberle und Kiefl, Alt-Landrat Dr. Blaser und seinen Vorgänger und Ehrenbürger Karl Wäschle begrüßen.

In seiner Laudatio auf Otto Julius Maier betonte Umwelt- und Verkehrsminister Ulrich Müller, die Stadt ehre den Ravensburger, der zu ihrem Ruhm beitrage, den Sozialverantwortlichen, der sich um Stadt und Region verdient gemacht habe, den feinen Menschen, der seiner Heimatstadt treu bleibe. „Wen hätte die Stadt ehren sollen, wenn nicht ihn“, fragte Müller, der damals, als Otto Julius Maier Präsident der IHK gewesen ist, deren Hauptgeschäftsführer war. Als Unternehmer (vor sechs Jahren zog sich Maier aus dem operativen Geschäft bei Ravensburger zurück und ist seither Aufsichtsratsvorsitzender) sei Maier ein wichtiger Arbeitgeber und Imageträger der Stadt. Müller würdigte auch das Mäzenatentum Maiers und nannte die im Jahre 2000 erfolgte Stiftung Ravensburger Verlag, deren Zweck vor allem gemeinnützige Sozial- und Bildungsarbeit für Kinder und Familien ist, eine besondere Leistung.

Otto Julius Maier bedankte sich mit einer beeindruckenden Rede für die Auszeichnung. „In der heutigen Zeit, wo uns (dem Unternehmen Ravensburger) der Wind ins Gesicht bläst, ist das Balsam für die Seele.“ Ein Teil der Probleme bei Ravensburger sei der Computer, der die Kinder zu Individualisten mache und sie vom gemeinsamen Spiel wegziehe.

Maier: Balsam für die Seele Sein Unternehmen sei gezwungen Dinge zu tun, die weh tun, auch Maßnahmen wie voraussichtlich die Schließung eines Betriebs (gemeint ist die Puzzle-Produktion im südfranzösischen Châlon und die Kündigung von Mitarbeitern). „Das geht schon unter die Haut.“ Ausdrücklich dankte Maier den Mitarbeitern, die ihm während seiner Kammertätigkeit dem Rücken freigehalten haben, besonders seiner Cousine Dorothee Hess-Maier und Roswitha Bauknecht.

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