Mit Trommeln und Trompeten machen Behinderte auf sich aufmerksam

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AALEN - Am 5. Mai ist Gleichstellungstag, der die Integration von behinderten Menschen anmahnt. Das "Aalener Aktionsbündnis" hat gestern das Programm dazu in den Räumen der Lebenshilfe vorgestellt. Zum ersten Mal ist auch die evangelische Kirchengemeinde mit im Boot, da der Tag auf Christi Himmelfahrt fällt.

Von unserer Mitarbeiterin Svenja Völker

Organisator für den Gleichstellungstag der behinderten Menschen ist die "Aktion Mensch". In Aalen veranstaltet das Aktionsbündnis, bestehend aus der Lebenshilfe, dem Samariterstift Neresheim und dem Körperbehindertenverein Ostalb, den Tag. Da der 5. Mai gleichzeitig ein christlicher Feiertag ist, hat sich die evangelische Kirchengemeinde angeschlossen. Aus dem bundesweiten Motto "Teilhabe" haben die Aalener Organisatoren "grenzenlose Teilhabe" gemacht.

Gemeinsamer Gottesdienst

Zu Beginn gibt es laut Pfarrer Bernhard Richter in der Aalener Stadtkirche einen gemeinsamen Gottesdienst. Dieser werde mitorganisiert von der Theatergruppe und der Orff-Gruppe vom Samariterstift Neresheim sowie der Trommelgruppe von der Lebenshilfe, wie Ulrike Ostertag vom Samariterstift sagte. Die Theatergruppe möchte mit ihrer Aufführung zum Ausdruck bringen, dass behinderte Menschen überall an ihre Grenzen stoßen und oft ausgegrenzt werden. Sie führt auch einen Tanz zu dem Lied "Freunde" von Peter Maffay auf.

Nach dem Gottesdienst werden die Trommelgruppe und die Wasseralfinger Schluddagugga einen Zug durch die Stadt zurück zum Vorplatz der Stadtkirche anführen. Dort gibt es Bewirtung durch die Orff-Gruppe und den Körperbehindertenverein. "Es ist uns aber nicht gelungen, den Gottesdienst ökumenisch zu feiern", bedauerte Pfarrer Bernhard Richter.

Weg geht zur Selbstständigkeit

"In der Vergangenheit wurden behinderte Menschen in Institutionen untergebracht. Die Bürger waren somit ,entsorgt' von der Sorge um behinderte Menschen", berichtete Mathias Meyer, Abteilungsleiter des Neresheimer Samariterstifts. Der neue Weg gehe jedoch immer mehr zur Selbstbestimmung und Selbstständigkeit behinderter Menschen. "Die Gemeinden und Bürger müssen lernen, mit behinderten Menschen zurecht zu kommen", so Meyer.

"Es ist uns auch ein Anliegen, dass das, was bisher an Integration erreicht wurde, nicht kaputt geht", sagte Helmut Dufek, stellvertretender Vorsitzender des Körperbehindertenvereins. Und auch Bernhard Richter wird deutlich: "Die Kommunen, die Stadt, Schulen und Kindergärten müssen sich noch mehr für behinderte Menschen öffnen".

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