Barrierefreier Tourismus ist "Riesenpotenzial"

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"Gastfreundschaft für alle" haben die Lokale Agenda 21, die Volkshochschule, der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) und die "Nationale Koordinationsstelle Tourismus für alle" (NATKO) ein gemeinsames Seminar überschrieben. Es fand im Rahmen des Agenda-Projekts "Barrierefreies Aalen" statt.

Sandra Warden vom DEHOGA und Renate Simons von Neumann Consult führten in Theorie und Praxis in den barrierefreien Tourismus ein. 16 Teilnehmer aus den unterschiedlichen Bereichen waren gekommen: Agenda-Aktive aus Aalen und Bopfingen, Behinderte und Behindertenvertreter, Touristiker und Gastronomen.

Der Vormittag war zunächst der wirtschaftlichen Bedeutung des barrierefreien Tourismus und der touristischen Servicekette gewidmet. Barrierefreier Tourismus funktioniert demnach nur, wenn von der Information über Reise, Unterkunft und Verpflegung alle Glieder der Kette tragfähig sind.

Sandra Warden brachte aktuelle Neuigkeiten vom DEHOGA mit. In einer Zielvereinbarung seien Mindestkriterien und Piktogramme für barrierefreie Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe festgelegt worden. Die Kategorien für Gäste mit Mobilitäts-, Seh- und Hörbehinderung würden ab diesem Sommer in die Hotelklassifizierung und ab 2006 in den Deutschen Hotelführer übernommen.

Thema weiterverfolgen

Das Seminar soll keine Eintagsfliege bleiben. Hiltrud Bader-Fachet von der Lokalen Agenda 21 und Oswald Tretter von Körperbehindertenverein Ostalb wiesen darauf hin, dass sich am 28. April alle Interessierten zum Thema Barrierefreiheit treffen. Die Gründung einer Agenda-Gruppe sei geplant. Die studentischen Teilnehmer werden bis Juni ihre Arbeit über "Barrierefreiheit als Qualitätsfaktor in Tourismus und Innenstadt" fertigstellen.

Aalens Tourismuschef Karl Troßbach fand das Seminar aufschlussreich. Man müsse das Riesenpotenzial des barrierefreien Tourismus erkennen und eingeschränkt mobile Personen nicht als Randgruppe betrachten.

Zum Abschluss kam von allen Seiten der Wunsch nach Vernetzung. Karin Oßwald, die in Kirchheim am Ries bereits ein barrierefreies Gästehaus betreibt, regte an, das Projekt der Studenten dort zu präsentieren.

Die Touristiker und die Lokale Agenda werden das Thema weiter verfolgen. Das Seminar war nach Meinung aller Teilnehmer ein gelungener Auftakt, eine wichtige Informationsquelle und ein Beitrag zur Vernetzung der Akteure im Bereich Barrierefreiheit und Tourismus auf der Ostalb. Das Modellseminar wird nun an Gastronomen und Touristiker weitervermittelt.

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