18 Jahre nach Härles Tod steht ihr Freund vor Gericht

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18 Jahre nach dem gewaltsamen Tod Angelika Härles aus Königseggwald steht ihr damaliger Freund vor Gericht. Der 46-jährige Tatverdächtige soll die aus der Härle-Brauerei stammende Frau im Jahr 1987 erschossen haben. Seit 2001 hatte der Mann in Brasilien im Gefängnis gesessen.

Die Anklage lautet auf Totschlag. Wie die Staatsanwaltschaft Ravensburg gestern mitteilte, beginnt voraussichtlich noch im März der Prozess gegen einen 46-jährigen Mann, der seine damalige Freundin Angelika Härle mit einer Schrotflinte erschossen haben soll. Den Ermittlern gegenüber habe er angegeben, dass die Frau einem Unfall zum Opfer gefallen sei, sagte die Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft, Christine Weiss.

Strafhaft in Brasilien abgesessen

Im Oktober 2004 hatten die brasilianischen Behörden den Tatverdächtigen nach Deutschland ausgeliefert. Drei Jahre lang hatte der Mann in einem brasilianischen Gefängnis gesessen, unter anderem wegen Rauschgiftbesitzes. Festgenommen wurde der Tatverdächtige im September 2001 in Recife, nachdem er jahrelang mit internationalem Haftbefehl gesucht worden war. Seit Oktober 2004 sitzt er in Untersuchungshaft in Ravensburg.

Angelika Härle aus Königseggwald, die in einer Ravensburger Diskothek als Bedienung gearbeitet hatte, war in der Nacht zum 1. März 1987 nach Dienstende spurlos verschwunden. Wie die Polizei ermittelt hatte, wollte Angelika Härle nach Holland fahren, um Bekannte zu besuchen. Dort ist sie jedoch nie angekommen. Ihr Auto wurde im April 1987 in Amsterdam gefunden. Hinweise deuteten darauf hin, dass sich die junge Frau von ihrem Freund trennen wollte. Der Tatverdächtige war am 12. März 1987 nach Spanien gefahren und hatte sich dann mit einem Begleiter nach Südamerika abgesetzt, schrieb die Schwäbische Zeitung damals. Seit 1988 galt er als verschollen.

Im Februar 1994 fanden Mitarbeiter der Universität Hohenheim im Wurzacher Ried einen skelettierten Menschenschädel. Gerichtsmedizinische Untersuchungen ergaben, dass er zur Leiche von Angelika Härle gehört.

1995 hatte das Amtsgericht Saulgau Haftbefehl gegen den ehemaligen Freund der Getöteten erlassen. Dieser Haftbefehl wurde schließlich 1999 in einen internationalen Haftbefehl umgewandelt. Wenige Monate zuvor hatte das baden-württembergische Landeskriminalamt in diesem Fall zum ersten Mal eine Fernsehfahndung in Südamerika eingeleitet. Auch übers Internet war nach dem Tatverdächtigen gesucht worden.

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