Ständchen für den King: «Elvis Hits in Deutsch»

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„Du hast mich angesehn, wer weiß warum/Da blieb das Herz mir stehn, wer weiß warum“, knödelte Bert Suplie 1958 und erwies Elvis Presley, der vor 70 Jahren am 8. Januar 1935 in Tupelo (US-Bundesstaat Mississippi) geboren wurde, damit seine Referenz.

Suplies deutsche Fassung des Elvis-Songs „Don't Ask Me Why“ aus dem Film „Mein Leben ist der Rhythmus“ ist einer von insgesamt 88 Titeln eines exquisiten - mit üppigen und kenntnisreichen Booklets ausgestattetem - 4-CD-Packages von Richard Weizes Label „...and more bears“, auf dem solch Granaten wie Ted Herold, Peter Kraus, Ricky Shane oder Gus Backus Songs des „King of Rock'n'Roll“ auf Deutsch singen: „Jailhouse Rock“ wird da zum „Hafen Rock“ und „Flaming Star“ verwandelt sich in „Manitou“. Welch eine skurrile Reise durch den deutschen Rock'n'Roll-Schlager mitten hinein ins Elvis-Universum: 2 CDs übersetzen dabei Filmhits ins Deutsche, 2 CDs sind Tribute-Albums.

An Bert Suplie werden sich sicherlich nur noch eingefleischte Oldie-Fans erinnern, Elvis - na klar - aber lebt! Als Lastwagenfahrer brauchte Elvis Aaron Presley sein Leben nicht lange zu fristen, denn bereits mit neunzehn Jahren wurde das Naturtalent entdeckt: Als erster hatte er den Rhythmus der Schwarzen mit der Musik der Weißen kombiniert - und per Hüftschwung eine Revolution ausgelöst.

In 31 Filmen - allesamt eine künstlerische Katastrophe, aber allesamt auch ein riesiger Erfolg - spielte er mit, drei TV-Specials sorgten für Rekordeinschaltquoten, und Hits wie „Love Me Tender“ gehören heute zum „Great American Songbook“. Doch sein Leben endete nach nur 42 Jahren. Am 16. August 1977 starb der „King of Rock'n'Roll“, den die unerbittlich an seine irdische Wiederkehr glaubenden Fans sämtlicher Generationen bis heute hymnisch in der Villa „Graceland“ feiern.

Um ein besseres Leben führen zu können, übersiedelte die Arbeiterfamilie Presley nach Memphis (US-Bundesstaat Tennessee). Elvis hörte Blues, die Spirituals und Gospels der schwarzen Gemeinschaft, aber auch Country und Jazz der weißen Bevölkerung. „Als Kind war ich ein Träumer“, sollte Elvis später seinem Publikum erzählen. „Ich las Comics und sah mich als Filmheld. Jeder meiner Träume hat sich 100 Mal verwirklicht. Ich habe früh gelernt, dass ohne einen Song der Tag niemals enden würde; ohne einen Song hätte niemand einen Freund. Darum singe ich weiter.“

Entdeckt wurde Presley von Sam Phillips, Besitzer der lokalen Sun Studios, wo Elvis als Geschenk für seine Mutter „My Happiness“ aufgenommen hatte. Phillips suchte neue Talente und ließ 1954 den Sänger und seine Band „That's All Right“, einen schwarzen Blues des legendären Arthur Crudup, intonieren. „Mein Gott, sie werden uns aus der Stadt jagen“, meinte Phillips, veröffentlichte das Lied aber trotzdem. Rasch sprach sich das Können des Newcomers herum. Bereits 1955 unterzeichnete dieser bei RCA den damals lukrativsten Plattendeal aller Zeiten.

Der ganz große Durchbruch gelang Presley in der „Ed Sullivan Show“, Amerika saß staunend vor den TV-Geräten. Elvis verkörperte - trotz seines Bekenntnisses zum christlichen Glauben - die sexuelle Freizügigkeit, die Rebellion gegen festgefahrene Strukturen und Werte. 1956 landete Presley mit „Heartbreak Hotel“ seinen ersten Nummer-eins-Hit, seine lasziven Hüftbewegungen zu „Hound Dog“ entsetzten die konservativen Kreise. Presleys erster Film „Love Me Tender“ wurde ebenfalls ein Kassenschlager. 1958 musste der Star als Wehrpflichtiger nach Deutschland, wo er 18 Monate lang in Friedberg/Taunus diente. Dort lernte er auch seine künftige Frau Priscilla kennen, deren Vater ebenfalls in Deutschland stationiert war.

Nach seiner Rückkehr in die USA setzte Presley seine erfolgreiche Film-Karriere fort. Zu den Produktionen zählen u. a. „Café Europa“, „Blaues Hawaii“, „Ein Sommer in Florida“, „Girls! Girls! Girls“, „Tolle Nächte in Las Vegas“ oder „Speedway“. 1968 brachte Priscilla Tochter Lisa Marie zur Welt. Beruflich ging es allerdings bergab - unterbrochen von einem Comeback-Versuch 1969 mit „In the Ghetto“ und einer Konzertserie in Las Vegas. Als auch die Ehe mit Priscilla scheiterte, bahnte sich das Ende durch Medikamenten-Missbrauch und Übergewicht an. Am 16. August 1977 brach der „King“ Elvis im Badezimmer seines Anwesens in Memphis tot zusammen. Diagnose: Herzversagen.

Seinen Fans bleibt der „King“ nicht zuletzt durch die Anstrengungen des straff organisierten Vermarktungsunternehmen Elvis Presley Enterprises in bester Erinnerung. Aber in erster Linie natürlich durch Evergreens wie „Don't be cruel“, „Jailhouse Rock“, „It's now or never“, „Can't help falling in Love“, „Suspicious Minds“ oder „Burning Love“. Was seine Bewunderer in Deutschland daraus machten kann man jetzt auf „Elvis Hits in Deutsch Vol. 1-4“ wunderbar nachhören.

www.elvis.de

www.and-more-bears.de

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