Villa Miller erscheint heiß begehrt

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FRIEDRICHSHAFEN - Auf unterschiedlich intensive Nachfrage stößt die Aktion der Stadt, Immobilien und Liegenschaften gezielt anzubieten. Die Wohnbaugrundstücke sind fast alle weg, sagte uns gestern Gerhard Flogaus, Chef des Liegenschaftsamts. Heiß begehrt ist die Villa Miller, die vor einigen Wochen ausgeschrieben wurde.

Von unserem Redakteur Siegfried Großkopf

Erstmals hat die Stadt im vergangenen Jahr städtische Immobilien und Baugrundstücke sowohl für privaten Wohnungsbau als auch für Gewerbe angeboten. Dabei gab und gibt es unter den zum Kauf stehenden Immobilien zwei besonders interessante Angebote. Zum einen die Colsman-Villa am Maybachplatz 5, zum anderen die Villa Miller in der Zeppelinstraße.

Für das für 450 000 Euro offerierte Anwesen Colsman am Maybachplatz 5 zwischen MTU und dem Autohaus Müller gibt es einen "ernsthaften Kreis" von Interessenten, mit denen man sich in "konkreten Gesprächen" befindet, erklärt Gerhard Flogaus. Klarheit über die künftige Nutzung des leer stehenden, denkmalgeschützten Gebäudes aus dem Jahr 1900 erwartet er sich zu Jahresbeginn 2005. Da sich das über 1700 Quadratmeter große Grundstück im Industriegebiet befindet, bietet es sich primär für eine gewerbliche Nutzung, eventuell kombiniert mit einer Wohnung, an. Letztlich wird der den Zuschlag erhalten, der das höchste Gebot macht. Interessant: Für die Käufer der städtischen Immobilien insgesamt fällt keine Maklergebühr an.

Ursprünglich war überlegt worden, die leer stehende Villa Miller in der Zeppelinstraße in städtischem Eigentum zu behalten. Denkmalschützerische Auflagen und der klamme Kassenstand ließen solche Gedanken jedoch vergessen. Der Innenumbau zu Büros etwa wäre nur erschwert möglich gewesen. Jetzt steht das Anwesen zum Verkauf (Verkehrswert 570 000 Euro), und Kritiker meinen, damit verscherbele Friedrichshafen ein Stück "Tafelsilber". Im Herbst informierte die Stadt bei einer Begehung 30 Interessenten, aus denen sich, so Flogaus, "eine Anzahl stark Interessierter" herausgebildet hat. Sie, die Stadt, wartet nun auf konkrete Angebote, wobei auch hier die 570 000 Euro nur Richtschnur sind und das höchste Gebot den Zuschlag erhält.

Gewerbeflächen Ladenhüter

Die angebotenen (voll erschlossenen) Wohnbaugrundstücke sind, so Gerhard Flogaus, fast alle weg. Unter ihnen befanden sich Flächen in Jettenhausen, Waggershausen, Ailingen, Berg und Kluftern. Was an Einzelgrundstücken noch zu haben ist wird demnächst ins Internet ge- und ein neues Exposee erstellt.

Keine besondere Resonanz erfuhren die offerierten Mischgebietsflächen "Beim Klärwerk", in der Äußeren Ailinger Straße und "Am Rohrbach". Ganz schlecht war die Resonanz für die Gewerbegebiete Rohrbach und Dehner. Gerhard Flogaus hofft auf die Erfahrung, wonach Interessenten unabhängig vom momentanen Angebot direkt auf die Stadt zukommen.}

30 Interessenten gibt es für die Villa Miller. Foto: Mona Scherenberger

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