«Eins Live Krone»: Furioses Finale mit Nina Hagen

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Als schließlich alle Publikumspreise des jungen WDR-Radios Eins Live vergeben waren, stahl die 49-jährige Nina Hagen dem versammelten deutschen Pop-Nachwuchs die Show.

Von der Redaktion des Senders mit der „Eins Live Krone“ für ihr Lebenswerk ausgezeichnet und von ARD-Moderator Reinhold Beckmann wie eine lebende Legende angekündigt, stürmte die Punk-Diva die 500-Quadratmeter-Bühne der Arena Oberhausen. Mehr als 10 000 Fans und 200 Künstler erhoben sich von ihren Plätzen und klatschten begeistert Beifall.

Die Überraschung des Abends gelang dem Wolfsburger Industrial-Metal-Trio Oomph!. Die Band um den charismatischen Frontmann Dero setzte sich in der Kategorie „Beste Band“ gegen etablierte Größen wie Rammstein, Die Toten Hosen oder Die Fantastischen Vier durch. Bis wenige Stunden vor der Verleihung von Deutschlands größtem Radiopreis hatten die Eins-Live-Hörer mehr als 800 000 Stimmen per Internet-Voting abgegeben.

Ihre dritte Krone in Folge verpasst Jeanette Biedermann knapp. Sie musste sich in der Kategorie „Beste Künstlerin“ ihrer Konkurrentin Joy Denalane geschlagen geben. Zum besten Künstler wählten die Hörer den Kölner Reggae-Musiker Gentleman, der bei einem Aufwärmkonzert vor der Verleihung mit seiner Far East Band die Stimmung in der Arena anheizte.

Die meisten Lacher des Abends erntete TV-Komiker Hugo Egon Balder (54), der in Anspielung auf sein Alter den Helfern hinter der Bühne dankte: „Vor allem den Pflegern und Krankenschwestern“. Als Laudator überreichte Balder die Krone der „Besten Comedy“ für Michael „Bully“ Herbigs Kino-Erfolg (T)raumschiff Surprise. Weitere Preise gingen an Silbermond (Beste Newcomer), Wir sind Helden (Bester Live-Act), Sportfreunde Stiller (Bestes Album) und Stefan Raabs Grand-Prix- Entdeckung Max (Beste Single).

Den lautesten Jubel-Sturm im Show-Programm provozierten die Toten Hosen, deren neuesten Erfolgs-Song „Walkampf“ die Fans in der Halle lauthals mitsangen. Besonders bewegend: Das Duett des Pop-Pärchens des Jahres, Max Herre und Joy Denalane, die ihren Hit „Erste Liebe“ live sangen. Die schottischen Superstars Travis waren extra nach Deutschland geflogen, um nach ihrem Auftritt den Preis für die beste Band zu überreichen. Was den Stars ein Live-Konzert bedeutet, verriet Laudator Thomas D: „Für die zwei Stunden lohnt es sich zu leben.“

Während Moderator Olli Briesch launig das Fernsehprogramm 2004 kommentierte („Mehr operierte Brüste als Quizshows, dass lässt keinen Metzger kalt“) und vor dem Interview mit Travis an seinen Englischlehrer dachte („Jetzt kommt der Moment, an dem er sich mit dem Fön in die Badewanne legt“), staubte Co-Moderatorin Katty Salié auf der VIP-Bühne mit den Ärmeln ihres Abendkleides die Trophäen der geehrte Künstler ab. Das letzte Wort aber hatte Nina Hagen: „Lang lebe Rock'n'Roll“.

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