Benediktinerabtei: Pater Anselm ein Neunziger

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WEINGARTEN (pe) - Seinen 90. Geburtstag hat Pater Anselm Günthör OSB am vergangenen Freitag gefeiert. Der Benediktinerpater repräsentiert ein Stück Weingartener Klostergeschichte: Im Jahr 1923 (!) war der 1991 in Friedrichshafen Geborene in das Internat der kurz zuvor wieder eröffneten Weingartener Abtei eingetreten.

Von unserem Redakteur Peter Engelhardt

Nach dem Noviziat, das er 1929 begonnen hatte, und dem zweijährigen Studium der Philosophie in Maria Laach studierte Pater Anselm an der päpstlichen Hochschule der Benediktiner in Rom Theologie und schloss mit der Promotion ab. Nach der Vertreibung der Mönche aus dem Weingartener Kloster kam Pater Anselm für drei Jahre in die Ulmer Stadtpfarrei St. Georg, wo er als Krankenseelsorger die sieben in der Pfarrei liegenden Krankenhäuser und Kliniken zu betreuen hatte.

Nach Weingarten zurückgerufen wurde Pater Anselm nach dem Tode von Stadtpfarrer Bonaventura Disam OSB. In dieser von Krieg und der harten Nachkriegszeit geprägten Epoche wurde dem Pater enorm viel abverlangt, war das Kloster doch von Flüchtlingen überfüllt gewesen. Später kehrte Pater Anselm nach Rom zurück, wo er bis 1971 an der Benediktinerhochschule den Lehrstuhl für Moraltheologie innehatte. Danach lehrte er bis zu seiner Rückkehr nach Weingarten im Jahr 1983 an der theologischen Hochschule der Salesianer.

1935 zum Priester geweiht

In Weingarten widmete sich Pater Anselm – obwohl formal im Ruhestand befindlich – wieder der Seelsorge. Darüber hinaus hat sich Pater Anselm als Buchautor einen Namen gemacht. Im vergangenen Jahr hatte er sein 65-jähriges Priesterjubiläum; geweiht worden war er im August 1935 in Weingarten vom damaligen Bischof von Rottenburg, Johannes Baptista Sproll.

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