Bald wird Zeppelin schiffbar gemacht

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Schon einmal war eine Tour ausgetüftelt worden; ans Ziel allerdings führte sie den nach Japan verkauften Zeppelin NT nicht. Demnächst steigt der zweite Versuch: Das Luftschiff geht zunächst auf dem Luft-, dann auf dem Seeweg nach Japan.

Das holländische Unternehmen "Dockwise" ist eine auf Schwertransporte spezialisierte Schiffsgesellschaft, die üblicherweise für Marine, Öl- und Gasindustrie unterwegs ist. Demnächst sollen die Dienste von "Dockwise" auch für den auf den Namen "Bodensee" getauften Zeppelin in Anspruch genommen werden: Am 4. Dezember, allerspätestens am 8. Dezember, soll eine "Dock Express 10" mit ihrer wertvollen Fracht aufbrechen, die Route über den Suezkanal und den Indischen Ozean nehmen und 35 Tage später in Japan sein.

Zuvor nimmt das von einem kompletten Team der Zeppelin-Luftschiff-Technik GmbH begleitete Schiff den Luftweg via Nimes, Pisa und Terni. Ist das Wetter schlecht, kann die "Bodensee" auf die Flughäfen Freiburg, Lyon, Montélimar, Fayence und Terni ausweichen. Am 29. November (plus minus ein Tag) soll der Gigant im süditalienischen Hafen Gioia Tauro ankommen. Dort steht schon ein Ingenieurteam bereit. Die Propeller werden abmontiert, ebenso aus Konservierungsgründen die Triebwerke --Seewasser und salzhaltige Luft könnten sie beschädigen. Auch das Seitenruder wird abgenommen, um die Angriffsfläche für Winde zu reduzieren. Ähnlich wie beim üblichen Einhallen wird das 75 Meter lange Luftschiff auf die 158,97 m lange "Dock Express 10" gebracht und vertaut --und ist jetzt im wahrsten Sinne des Wortes "schiffbar".

Noch nie wurde ein solcher Koloss auf dem Seeweg transportiert. Für den Japan-Zeppelin werden auf dem maximal 15 Knoten schnellen Schiff als Schutzwälle extra seitlich Containerwände gebaut. "Die Überfahrt ist sicher nicht so nervenaufreibend, wie sie es beim geplanten, aber gescheiterten Überflug über Russland gewesen wäre", sagt Dietmar Blasius, Vertriebschef der Zeppelin-Luftschiff-Technik.}

In Bälde geht der "Japan-Zeppelin" wieder auf Reisen; auf "See" soll er ab dem 4. Dezember sein. Foto: Felix Kästle

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