Alte Apotheke wird für SWR umgebaut

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FRIEDRICHSHAFEN - Die Stadt wird die ihr gehörende Alte Apotheke für 2,2 Millionen Mark umbauen und dem Südwestrundfunk (SWR) vermieten. Der Gemeinderat hat das gestern beschlossen. Er erhofft sich davon eine medienpolitische Aufwertung Friedrichshafens.

Von unserem Redakteur Sylvio Godon-von Ammon

"Das Geld ist gut und vernünftig angelegt", betonte Erster Bürgermeister Dieter Hornung in öffentlicher Sitzung, die - einen Tag nach der Oberbürgermeisterwahl - ungewohnt schnell und ohne Fraktionserklärungen zum Wahlausgang vonstatten ging. Die Stadt rette mit der Apotheke ein Kulturdenkmal, und sie gewinne, bezogen auf die Medienpräsenz vor Ort, an Image. Der Einzug des Senders in die City sei ein "medienpolitischer Meilenstein" und werde überdies für eine "Belebung der oberen Karl-straße" sorgen.

Die CDU-Fraktion begrüßte das Vorhaben einmütig. "Die Stadt hat mit Glück und Verhandlungsgeschick ein wertvolles Gebäude zurückgewonnen, und sie wird medienpolitisch deutlich aufgewertet", sagte Professor Karl Loewe. Die Kosten für die Sanierung seien zwar hoch. Doch erwarte man ja Zuschüsse aus der Denkmalpflege und der Städtebauförderung, außerdem eine Rendite durch die Vermietung an den Sender.

Die SPD sieht in dem Umbau eine Belebung des kulturellen Lebens. "Wir gehen davon aus, dass es ein gläserner Rundfunk wird", erklärte Heinz-Joachim Tautkus. Der Sender solle sich in Teilbereichen für den Bürger öffnen. Der Einzug des SWR, so hofft Tautkus, werde ein positives Signal setzen in der Debatte darüber, ob Friedrichshafen Oberzentrum werden soll oder nicht. Ravensburg hätte doppelt soviel ausgegeben, um den Sender am Standort zu halten, meinte er.

Ein "klares Ja" zu der Investition kam auch von den freien Wählern. "Wir wollten den SWR nach Friedrichshafen holen. Die Kosten sind eingehalten und die Rendite ist gut", sagte Hans-Peter Kaldenbach. "Ein gewaltiger Image-Gewinn", versicherte Rolf Schilpp von den Unabhängigen. Für die Grünen begrüßte Mathilde Gombert das Vorhaben, weil es sich um einen öffentlich-rechtlichen Sender handle, der in Friedrichshafen Einzug halte.

Die übrigen Tagesordnungspunkte hakte der Gemeinderat in atemberaubenden Tempo einstimmig ab --darunter Kreditaufnahmen in Höhe von 58 Millionen Mark (für die Finanzierung städtischer Investitionen in den nächsten Jahren) und in Höhe von 11,5 Millionen Mark (für die Finanzierung des Investitionsprogrammes "Stadtentwässerung Friedrichshafen").

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