Kapitel Airbus-BKK ist abgeschlossen

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LAUPHEIM - Die Betriebskrankenkasse (BKK) von Airbus Deutschland ist zum 30. September endgültig aufgelöst worden. Damit hat das Tauziehen um Auflösung oder Nicht-Auflösung (die SZ berichtete) ein Ende.

Von unserer Redakteurin Elisabeth Ligendza

"Jetzt kehrt wieder Ruhe ein", meint Stefan Hammer, Betriebsratsvorsitzender bei Aircabin. Die Laupheimer sind derzeit noch ein Airbus-Tochterunternehmen - ab dem 1. Januar 2005 wird Aircabin in das Mutterunternehmen Airbus integriert. Bereits Anfang des Jahres hatte die BKK Airbus die Auf-lösung der Kasse beim Bundesversicherungsamt (BVA) beantragt. 1600 Beschäftigte und Mitversicherte bei Air-cabin in Laupheim waren von diesem Vorhaben betroffen.

"Die Betriebskrankenkasse ist nun endgültig aufgelöst", bestätigte Theo Eberenz, Pressesprecher des BVA, auf Anfrage der SZ. Vorausgegangen war eine Zeit der Unsicherheit, die auch den in Laupheim Versicherten in den vergangenen Monaten zu schaffen machte. Zunächst hatte das BVA einer Auflösung nicht zugestimmt, weil das Amt der Kasse einen Verstoß gegen den Wettbewerb vorwarf. In einem Rundbrief war den Mitarbeitern ein Wechsel zur Techniker Krankenkasse (TK) empfohlen worden. Als die Wogen geglättet waren und das BVA seine Zustimmung gab, türmte sich eine weitere Hürde auf. Der Landesverband Nord der Betriebskrankenkassen hatte Klage gegen die Auflösung der Airbus-Kasse erhoben. Der Grund: Marketing-Aktivitäten der TK im Airbus-Werk.

So viel stand fest: Die vielen neuen potenziellen Mitglieder hatten die Krankenkassen aufmerksam werden lassen. Auch manch ein Laupheimer Aircabin-Mitarbeiter wurde von der einen oder anderen Kasse umworben.

Das Hickhack hat nun ein Ende: Das Bundesvesicherungsamt hat endgültig die Auflösung der BKK angeordnet. Die Klage des Landesverbandes Nord ist damit hinfällig. Zumal, wie Eberenz bestätigt, die Klage sowieso nicht zulässig war. "Der Landesverband hatte nur ein Anhörungs- und kein Klagerecht", so Eberenz.

Fast alle haben gewechselt

Juristische Feinheiten spielen nun keine Rolle mehr, die Airbus-BKK ist aufgelöst. In Laupheim, so bestätigte Hammer, haben inzwischen fast alle Beschäftigten die Krankenkasse gewechselt. Die wenigen, die sich aus eigenen Stücken noch keine Krankenkasse ausgewählt haben, meldet der Arbeitgeber nun bei einer Kasse an. Keiner wird also ohne Versicherungsschutz dastehen. Das Kapitel Betriebskrankenkasse ist abgeschlossen.

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