Ein Vorzeigeunternehmen wird 50

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BIBERACH - Die Albert Handtmann Maschinenfabrik in Biberach feiert in dieser Woche ihr 50-jähriges Bestehen. Landes-Wirtschaftsminister Ernst Pfister würdigte gestern beim offiziellen Festakt die Verdienste von Firmengründer Arthur Handtmann. "Sie haben Großes geleistet", sagte Pfister.

Von unserer Redakteurin Birgit van Laak

"Von dieser Sorte Betriebe würde ich mir für Baden-Württemberg noch ein paar Hundert wünschen", lobte der Wirtschaftsminister das seit 50 Jahren erfolgreiche Unternehmen. Die Handtmann Maschinenfabrik ist der weltweit führende Hersteller von Füll- und Portioniermaschinen für die Lebensmittel-, insbesondere die Fleischereibranche.

Angefangen hatte Arthur Handtmann in der schwierigen Zeit nach Kriegsende. Als 18-Jähriger stieg er 1945 in die Metallgießerei und Armaturenfabrik seiner Eltern ein. 1954 startete der Ingenieur mit drei Mitarbeitern in einer Holzbaracke: die Geburtsstunde der Maschinenfabrik. "Ich war 27 Jahre alt und begeisterungsfähig", berichtete Arthur Handtmann.

Bis eine verkaufsfähige Fleischereimaschine zur Verfügung stand, dauerte es. Doch dann folgte eine Erfolgsgeschichte, die bis heute andauert. Die Füller und Portioniersysteme genießen Weltruf. In rund 90 Ländern ist das Unternehmen vertreten. Die Maschinenfabrik besitzt in Deutschland und vielen weiteren Staaten einen Marktanteil von 70 Prozent. Insgesamt 33  000 Maschinen sind bis heute verkauft worden. Rund 500 Mitarbeiter beschäftigt die Firma weltweit.

"Es gehören eine Portion Mut, Hartnäckigkeit, finanzielle Mittel, sparsamste Lebensführung im Privaten und ein Quäntchen Glück dazu", erläuterte Arthur Handtmann. In den vergangenen 50 Jahren hätten ihn immer wieder Ideen für neue Produkte und Techniken beschäftigt, betonte er. "Entwickeln, entwickeln, entwickeln", schilderte er das Erfolgsrezept.

"Wir wissen, dass wir in unseren Anstrengungen nicht nachlassen dürfen", sagte Handtmann. "Hochmotiviert und verantwortungsbewusst", lobte er die Mitarbeiter.

Fit für die Zukunft

"Handtmann ist für die Zukunft bestens gerüstet", betonte Wirtschaftsminister Ernst Pfister und verwies auf Aus- und Weiterbildung im Haus, auf Investitionen und die Innovationen. Als typisch schwäbischer Unternehmer habe Arthur Handtmann nicht locker gelassen, wenn er Visionen hatte. Entschlossenheit und Durchsetzungsvermögen von solch typisch schwäbischen Unternehmern hätten Baden-Württemberg wirtschaftlich stark gemacht, so Pfister.

"Die Firma Handtmann ist ein Paradeunternehmen im Landkreis", sagte Wolfram Blüml, der als Erster Landesbeamter Landrat Peter Schneider vertrat. Die ganze Raumschaft profitiere. Dass die wirtschaftliche Entwicklung in der Region positiver verlaufe, habe seinen Grund in Familienunternehmen wie Handtmann, betonte auch Biberachs OB Thomas Fettback.

"Ich stehe voller Bewunderung vor dem Lebenswerk von Arthur Handtmann", berichtete IHK-Präsident Dr. Peter Kulitz. Handtmann sei der Idealtyp des Unternehmers, "sprühend vor Lebenskraft, offen für Neues, zielorientiert, weltoffen und heimatverbunden".

Großes Programm zum Jubiläum

Nach den Reden ging es für die über 100 Gäste mit einer Betriebsbesichtigung weiter. Die Feiern zum Firmenjubiläum sind damit aber nicht abgeschlossen. Heute ist Mitarbeitertag, bei dem die Familien der Mitarbeiter die Firma besichtigen können, abends folgt eine Gala-Veranstaltung. Anfang der Woche reisten aus aller Welt Vertreter der internationalen Vertriebsgesellschaften an. Ebenso ein Erfolg war die Veranstaltung für die Lieferanten. Am Samstag lädt die Maschinenfabrik zum Tag der offenen Tür.

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