Weihnachten soll Adelindis II sprudeln

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BAD BUCHAU - Wie unschwer auf der Fahrt von Bad Buchau nach Moosburg zu erkennen: Mit großem Aufwand wurde hier eine Bohrstelle eingerichtet. Die Moorheilbad Buchau gGmbH lässt nochmals nach Thermalwasser bohren. Adelindis II soll die Versorgung mit dem für Bad Buchau lebenswichtigen Wasser auch weiterhin sichern.

Von unserem Redaktionsmitglied Elisabeth Sandmaier

"Auf jeden Fall wäre nach 20 bis 25 Jahren eine Sanierung fällig, schlimmstenfalls könnte es mit der alten Bohrung eines Tages auch Probleme geben", bestätigt Dr. Lorenz Eichinger von der für die Projektion verantwortlichen Firma Hydroisotop dem Geschäftsführer der Moor-Heilbad gGmbH Wolfgang Bösch. Nicht auszudenken, wenn in Bad Buchau auch nur kurze Zeit das Thermalwasser nicht mehr sprudeln würde, das in dem Heilbad als natürliches und medizinisches Heilmittel, aber auch für die Niedertemperaturheizung der Therme genutzt wird.

Deshalb will sich die Moorheilbad gGmbH mit einer Ergänzungsbohrung ein zweites Standbein schaffen. In 900 Metern Tiefe erwartet man - um Weihnachten herum - 50 Grad warmes Wasser. "Ökologisch sinnvoll und ökonomisch vertretbar", so Wolfgang Bösch, würde es sich auch für andere Großabnehmer in Bad Buchau, wie die Kliniken und die Stadt mit ihren Einrichtungen, lohnen, in die Versorgung mit Thermalwasser einzusteigen. "Es wird Gespräche mit der Stadt geben."

Mit dem Standort der neuen Bohrstelle auf der anderen Straßenseite wird das Naturschutzgebiet aus der Maßnahme ausgeklammert. Nur die Querschluss-Pipeline zur ersten Bohrung führt notgedrungen durch Naturschutzgebiet. Die Verlegung, von der anschließend nichts mehr zu sehen sein wird, führt eine Spezialfirma innerhalb einer Woche in der Winterperiode durch, in der die Vegetation am wenigsten beeinträchtigt wird.

Außer der Naturschutzbehörde waren mit den Rechtsgrundlagen der Maßnahme zahlreiche weitere Bundes- Landes- und Kreisbehörden befasst. Die Fäden liefen beim Landratsamt Biberach zusammen und Wolfgang Bösch zeigte sich höchst zufrieden über die konstruktive Zusammenarbeit. Aber auch die betroffenen Grundstücksbesitzer hätten sich dem Vorhaben gegenüber stets aufgeschlossen gezeigt.

Kein Sprudel aus Adelindis II

Obwohl das Bad Buchauer Thermalwasser formell als Mineralwasser anerkannt ist, wird die Moorheilbad gGmbH den Gedanken der Vermarktung auf dem heiß umkämpften und werbeintensiven Getränkemarkt in nächster Zeit aus ökonomischen Gründen nicht weiter verfolgen.

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