Schneider als letzter deutscher Ringer ausgeschieden

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Nach den debütierenden Frauen bleiben auch die deutschen „Klassiker“ ohne Medaille: Hoffnungsträger Konstantin Schneider verpasste beim olympischen Ringer-Wettbewerb im griechisch-römischen Stil das Halbfinale.

Nachdem der 29-Jährige aus St. Ingbert seine ersten Duelle in der Klasse bis 74 kg gegen Mohammad Babulfath (Schweden) und Wladimir Schatskich (Ukraine) souverän gewonnen hatte, unterlag er Sydney-Olympiasieger Warteres Samurgatschew aus Russland mit 3:8. Auch für Mirko Englich (Witten/96 kg) und Jurij Kohl (Völklingen/60 kg) kam in der Vorrunde das Aus.

„Wenn man so frühzeitig in Rückstand gerät, versucht man natürlich viele Taktiken. Doch nur ein Schultersieg hätte am Ende noch geholfen. Dafür war der Russe einfach zu clever“, sagte Schneider enttäuscht. Der Croupier an der Saarbrücker Spielbank lag nach nur 1:28 Minuten nach einer Ausheberrolle mit 0:4 zurück und musste nun alles aufs Spiel setzen. Doch er hatte keine glückliche Hand und kassierte wenige Sekunden später die nächste Wertung gegen sich.

Der in Kirgisien geborene Athlet („Eine Olympia-Medaille wäre unbezahlbar“) kritisierte nach dem Ausscheiden auch den ungerechten Modus im Ringen. „Drei absolute Favoriten in einem Pool. Da kann man als großer Sieger oder als Pechvogel rausgehen. Die anderen Starter in den restlichen Pools lachen sich kaputt und reiben sich die Hände. Da muss sich unbedingt etwas ändern“, sagte der Vize-Weltmeister des Vorjahres.

Mirko Englich schloss seine Vorrunde zwar mit einem 3:1-Sieg in der Verlängerung gegen den Ukrainer Dawid Soldadse ab. Da der Wittener in der Klasse bis 96 kg aber zum Auftakt gegen den Georgier Ramas Nosadze 1:3 verloren hatte, zog dieser mit zwei Erfolgen in die nächste Runde ein. Für den Sportsoldaten aus Witten bedeutete dies das Aus.

Auch Jurij Kohl aus Völklingen musste die Segel streichen. Nach dem knappen 2:3 gegen den Chinesen Ai Linuer unterlag der für den KSV Köllerbach startende Polizist mit 0:7 gegen den Russen Alexej Schewsow. „Vieles ist wirklich vom Losglück abhängig wie im Fall Schneider. Je eine Medaille hatten wir pro Stilart in Athen angepeilt. Nun ruhen alle Hoffnungen auf den Freistilringern“, sagte der Sportdirektor des Deutschen Ringer-Bundes (DRB), Wolfgang Nitschke. Im Freistil-Wettbewerb gehen Dawid Bischinaschwili (84 kg) und Sven Thiele (120 kg) an den Start.

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