Waldemar Kasprzak neuer TSV-Trainer

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BAD SAULGAU - Waldemar Kasprzak wird neuer Trainer des Volleyball-Zweitligisten TSV Bad Saulgau. Diese Entscheidung gaben der Vorstand und das Management der Abteilung Volleyball auf der Hauptversammlung des Vereins im Verein am Freitag bekannt.

Von unserem Redakteur Marc Dittmann

Danach soll der 40 Jahre alte, 280-fache polnische Nationalspieler, die Mannschaft ab 10. August auf die am 19. September beginnende Zweitligasaison vorbereiten. Kasprzak spielt seit 13 Jahren in Deutschland, war als Spieler für Leverkusen, Wuppertal, Moers, den SCC Berlin , Mendig und den TSV aktiv. Kasprzak besitzt die B-Lizenz, zur A-Lizenz fehlt ihm noch ein Lehrgang in Bremen. Er soll als Spielertrainer vor allem die jungen Spieler führen, die in der kommenden Spielzeit in der TSV-Mannschaft stehen werden. Denn neben einigen Spielern aus der Erstliga-Mannschaft, die der TSV halten will, wie Andreas Beyrle, Timo Hinrichs und Frank Sperfeld, stoßen auch einige Talente zum Zweitligakader sowie das Eigengewächs Waldemar Stier, der sukzessive an die "Erste" herangeführt werden soll. Neu im Kader ist der in Kirgisien geborene Valery Tscherkasski. Der 27-jährige, 1,92 Meter große Außenangreifer spielte bis zu Beginn der vergangenen Saison für Zweitligist Sonneberg und trug 20 Mal das Nationaltrikot von Kirgisistan, hat inzwischen aber die deutsche Staatsbürgerschaft. Dazu sollen ein Auswahlspieler aus Ehingen und ein Spieler aus Friedrichshafen zum Kader des TSV stoßen.

Die Sponsorensuche macht Fortschritte. Ein Großsponsor wurde gefunden, den der TSV schon einmal an der Angel hatte, zwischendurch aber abgesprungen war. Dabei könnte es sich um den Stromgiganten EnBW handeln, doch Manager Michael Schmid wollte sich zu dem Namen noch nicht äußern. Wir haben 60 bis 70 Prozent des Etats stehen", sagte Schmid.

Vorsitzende Tanja Gönner warf einen Blick auf die vergangene Saison. "Ende März standen wir vor der Frage, was tun? Sehen wir eine Chance, auch in der kommenden Saison in der Bundesliga zu spielen?" In diesem Zusammenhang kritisierte Gönner die deutsche Volleyball-Liga (DVL). Sie fragte, ob es notwendig sei, die Lizenz so früh, vor der Relegation, zu beantragen? Denn schließlich gehöre die Relegation zur alten Saison. Durch den Rückzug der Firma Knoll als Hauptsponsor und weil sich die Verhandlungen mit neuen Sponsoren als zäh erwiesen, habe man freiwillig den Rückzug angetreten. Gönner lobte den Einsatz von Abteilungsleiter Reinhold Scheible. Er sei es gewesen, der alle Beteiligten davon überzeugt habe, es in der Zweiten  Liga zu versuchen, wo man mit einem "überschaubaren" Etat antreten wolle.

Bischofberger zieht sich zurück

Teammanager Michael Schmid sagte, der Verzicht auf die Relegation sei sinnvoll gewesen und habe dem Verein rund 10  000 Euro gespart. Die Zweite Bundesliga mache "umso mehr Sinn", so Schmid. "Aber das musste ich auch erst begreifen", räumte Schmid ein. Reinhold Scheible rügte den Versuch des VfB Friedrichshafen, Jugendspieler des TSV auf Lehrgängen abwerben zu wollen. Die Verantwortlichen machten deutlich, in Zukunft auch auf die eigene Jugend setzen zu wollen. "Wir wollen den Jungen eine Perspektive bieten", kündigte die CDU-Bundestagsabgeordnete Gönner an. Man habe kurzzeitig überlegt, einen hauptamtlichen Jugendkoordinator zu engangieren, habe diese Pläne dann aber wieder zu Gunsten eines weiteren Spielers verworfen. Dennoch würden in den kommenden Jahren einige viel versprechende Talente in Bad Saulgau reifen. Finanz-Vorstand Walter Hummler warf einen Blick aufs Geld. Ausgaben von 210  000 Euro stünden Einnahmen von 182  000 Euro gegenüber. Das Defizit erkläre sich, dass einige Sponsoren noch nicht ihren Verpflichtungen nachgekommen seien. 13  000 Euro fehlten, weil die Stadt noch nicht alle Zahlungen geleistet habe, die sie versprochen habe. Außerdem fehlten noch 10  000 Euro eines Großsponsors. Diese Summen habe man vorfinanzieren müssen. Aber: "Die Liquidität ist sicher gestellt", erklärte Hummler.

Aus dem Vorstand verabschiedet hat sich der Stellvertreter von Tanja Gönner, Michael Bischofberger. Er begründete seinen Schritt mit seiner Abwesenheit aus Bad Saulgau und seiner beruflichen Belastung. "Es macht keinen Sinn, diesen Job per Telefon und E-Mail zu erledigen", erklärte Bischof berger. Ein Nachfolger ist bisher noch nicht gefunden.}

Der Oldie soll im kommenden Jahr die jungen TSV-Spieler antreiben: Waldemar Kasprzak wird Trainer des TSV. Ihm zur Seite wird ein Co-Trainer stehen, der ihn unterstützt. Archiv-Foto: Thomas Warnack

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