«Mein letzter Wille»: Die ARD ehrt Inge Meysel zum 94. Geburtstag

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Am Sonntag wird Inge Meyel 94 Jahre alt. Am Pfingstmontag strahlt die ARD der „Mutter der Nation“ zu Ehren ihren im vergangenen Frühjahr entstandenen Krimi aus der ARD-Reihe „Polizeiruf 110“ mit dem Titel „Mein letzter Wille“ aus.

Ob die Jubilarin auch in Zukunft Filme drehen wird, ist mehr als fraglich, denn ihr Gesundheitszustand hat sich nach Abschluss der Dreharbeiten deutlich verschlechtert. Inge Meysel leidet unter Altersdemenz, daher geht der für den „Polizeiruf 110“ zuständige Westdeutsche Rundfunk (WDR) davon aus, dass „Mein letzter Wille“ auch Meysels letzter Film sein wird.

Auch für den WDR geht mit dem Film ein Abschnitt zu Ende, denn der Sender wird künftig keine „Polizeiruf 110“-Krimis mehr für die ARD produzieren. „Wir drehen "Tatort"-Filme mit dem Kölner Gespann und mit dem Team aus Münster und außerdem ein paar Schimanskis“, sagt eine Sprecherin. „Daher haben wir unseren Beitrag für die ARD erfüllt.“ Die Ermittler des WDR-„Polizeiruf 110“ sind mittlerweile auch eigene Wege gegangen. Andrea Sawatzki, die die Kommissarin Gabi Bauer mimte, ist inzwischen zum „Tatort“ gewechselt und ermittelt mit Jörg Schüttauf in der Main-Metropole Frankfurt.

Der WDR-„Polizeiruf 110“ hat indes ein Stück Fernsehgeschichte geschrieben. 1995 wurde die Episode „1 A Landeier“ mit dem Adolf- Grimme-Preis ausgezeichnet. Auch damals wirkte Inge Meysel als Oma Kampnagel mit. Dieses Mal will die Rentnerin ihrem Leben ein Ende setzen. Sie setzt sich in ihren offenen Oldtimer, dreht den Kassettenrekorder zum Doors-Titel „The End“ laut auf und braust los. Plötzlich prallt ihr Auto auf einen Fußgänger (Francesco Salvi), der verletzt ins Krankenhaus gebracht werden muss. „Mr. Nobody“ hat dummerweise sein Gedächtnis verloren. Oma Kampnagel schaltet die Kommissare Bauer, Möller (Martin Lindow) und Küppers (Oliver Stritzel) ein, um Licht ins Dunkel zu bringen.

Am Rande der Dreharbeiten gab Inge Meysel dem WDR ein Interview, in dem sie unter anderem gefragt wurde, woher sie die Energie nehme, zumal andere Menschen ihres Alters schon 30 Jahre in Rente seien. „Ach, Rente - hören Sie doch auf“, sagte die Schauspielerin, die einst mit der TV-Serie „Die Unverbesserlichen“ die Herzen von Millionen eroberte. „Für eine Schauspielerin gibt es nichts Schöneres, als immer wieder in neue Rolle zu schlüpfen und sich mit neuen Geschichten auseinander zu setzen. Außerdem: Was heißt hier alt? So fühle ich mich nun wirklich nicht, lassen sie sich das mal gesagt sein!“

In dem WDR-Interview deutete Meysel auch einen geheimen Wunsch an: Sie habe gerne immer einmal eine Mörderin spielen wollen. „Und ich weiß auch genau, wer sich da alles Sorgen um Leib und Seele machen müsste - meine Liste ist lang“, fügte sie an. „Aber im Ernst: Schauen Sie sich "Mein letzter Wille" in Ruhe an. Vielleicht mache ich ja noch mal Ernst.“

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