Jeggle gegen Politikverdrossenheit

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Der Politikverdrossenheit entgegen wirken will die Europaabgeordnete Elisabeth Jeggle aus Stafflangen auch mit dem Besuch in Schulen. Gestern sprach sie in einer 10. Klasse der Riedlinger Joseph-Christian-Schule. Eindringlich rief sie die Wahlberechtigten auf, sich an der Europawahl zu beteiligen.

Der Besuch eines Abgeordneten in der Schule ist immer noch sehr selten, sagte Schulleiter Otto Langlois bei der Begrüßung der Abgeordneten Elisabeth Jeggle. Er selbst konnte vorher noch nie einen Volksvertreter in der Schule willkommen heißen. Klassenlehrer Jürgen Albrecht hatte den Besuch über private Beziehungen möglich gemacht.

Seit 1999 im Parlament

Die 57-jährige, verheiratete Hauswirtschaftsmeisterin mit vier Kindern, Elisabeth Jeggle, die seit 1999 für die CDU im Europäischen Parlament sitzt, griff den Ball auf und bezeichnete Schulbesuche von Abgeordneten als richtig und wichtig. Sie selbst wolle damit der Politikverdrossenheit entgegen wirken und die jungen Menschen auffordern, sich aktiv mit der Demokratie zu befassen und an den Wahlen teilzunehmen.

Die Abgeordnete, die den gesamten Regierungsbezirk Tübingen im Europäischen Parlament vertritt, erläuterte ihre Tätigkeit im Parlament, das an 30 Wochen in Brüssel und an zwölf Wochen in Straßburg tagt. Sie ist eine von neun Abgeordneten aus Baden-Württemberg (sechs CDU, zwei SPD, einer Bündnis 90/Die Grünen). Im Parlament kümmert sie sich hauptsächlich um die Agrarpolitik und die Politik für den ländlichen Raum.

Fragen gestellt

Nach ihren theoretischen Erläuterungen eines Gebiets, das wohl den meisten Hauptschülern doch recht fremd war, konnten sie Fragen stellen, auf die sie sich gründlich vorbereitet hatten. Warum denn Polen in die EU aufgenommen wurde, nicht aber die Türkei, wollte ein Schüler wissen. Bleibt es bei Grenzkontrollen zwischen Polen und Deutschland? Einen anderen interessierten die hohen Nettozahlungen Deutschlands an die EU. Und natürlich durfte die Frage nicht fehlen, wieviel denn ein Abgeordneter verdiene. Jeggle erläuterte, dass die deutschen Abgeordneten im Europaparlament genau so viel verdienen wie die Bundestagsabgeordneten. Dazu gebe es noch Pauschalen für höhere Unkosten.

Und nach einiger Medienschelte der Abgeordneten, dass die Politik des Europäischen Parlaments und auch ihre eigene Tätigkeit nicht immer richtig dargestellt würden, war die Schulstunde in Riedlingen schon vorbei.

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