Nicht mehr Geld, sondern Teilhabe am Leben

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AALEN (vs) - Zum sechsten Mal steht der 5. Mai im Zeichen des Aktionstags Grundgesetz. Ziel ist es, die Gleichstellung behinderter Menschen zu erreichen. Institutionen der Behindertenhilfe im Kreis haben für diesen Mittwoch ein Programm vorbereitet, um sich in die Diskussion um die Reformen des Sozialstaates einzuschalten.

"2004 ist für uns ein besonderes Jahr", sagt der Leiter des Samariterstifts Neresheim, Jochem Kaufmann, und verweist auf die Verwaltungsreform, in deren Zug die Sozialplanung und Bearbeitung von der Landes- auf die Kreisebene übergeht. "Was die soziale Landschaft angeht, sind wir an einem Punkt angelangt, an dem vieles, besonders in finanzieller Hinsicht, hinterfragt wird."

Die Aktion Grundgesetz, eine Initiative der Aktion Mensch, hat die Situation des Sozialstaats aufgegriffen. Das Ziel des Aktionstages unter dem Motto "Was ist sozial?" ist es, dass sich viele Menschen, die Meinungsbildner sind und im politischen Prozess stehen, mit Fragen der Behindertenhilfe auseinander setzen, erklärt Kaufmann.

Puzzle des Sozialstaats

Um 11 Uhr legen diese am Mittwoch gemeinsam mit behinderten Menschen im Café Samocca ein drei mal zwei Meter großes "Puzzle des Sozialstaates". Auf spielerische Art soll gezeigt werden, dass der Sozialstaat aus verschiedenen Teilen besteht, die zusammengefügt ein Ganzes ergeben. "Davor werden 40 behinderte Menschen in Cafés in der Aalener Innenstadt auf ihre Belange aufmerksam machen", kündigt der Geschäftsführer der Lebenshilfe Aalen, Volker Enser, an.

Unter dem Motto "Mittendrin statt außen vor" werden sie im Podium, Café Mack, Venezia, Dannenmann, Samocca und Amadeus auf Missstände, wie die größer werdende Benachteiligung durch die Gesundheitsreform, hinweisen. "Zudem stehen die Forderungen nach einem behindertengerechten Jugendhaus und gemeindenahen Wohnformen auf dem Programm", erklärt Mathias Meyer vom Samariterstift Neresheim. An Kinder werden in der Innenstadt zudem Luftballon verteilt.

Menschen ausgegrenzt

Dass es nicht Sinn der Aktion ist, zu protestieren und zu demonstrieren, stellt Helmut Dufek vom Körperbehindertenverein Ostwürttemberg heraus. "Wir wollen deutlich machen, dass es Menschen gibt, die ausgegrenzt sind". Ulrike  Ostertag vom Samariterstift Neresheim verdeutlicht, dass es behinderten Menschen bei der Forderung um Gleichstellung weniger um Geld, sondern um die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben geht.

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