«Schichtwechsel»: Der zweite Kieler «Tatort» spielt in Werften-Welt

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Der Kieler „Tatort“-Kommissar Borowski alias Axel Milberg muss in seinem zweiten Fall einen Mord im Kieler Werft-Milieu aufklären. Nach einem Streik wird der Betriebsratsprecher einer Werft erschlagen aufgefunden. Der Ermordete hatte vor seinem Tod eine Liste mit den Namen von 50 Kollegen aufgeschrieben, denen gekündigt werden sollte.

Die ehrgeizige Vorstandssekretärin Tatjana war mit ihm ins Bett gegangen, um ihren zurückgebliebenen Bruder Benno vor der Kündigung zu bewahren. Das missfiel ihrem Freund Clausen, ebenfalls Werftarbeiter. Auf der Entlassungsliste, die der Kommissar findet, ist ein Name ausgestrichen. Ein erster Anhaltspunkt?

Der Kieler Autor Jan von der Burg zeigt sich mit der Umsetzung seiner Vorlage mehr als zufrieden. „Kiel kommt exorbitant gut rüber“, sagt er über den „Tatort“-Film, der an diesem Sonntag (20.15 Uhr) in der ARD ausgestrahlt wird. Axel Milberg erklärt, mit dem zweiten Kieler „Tatort“ sei man „da angekommen, wo Kiel vielleicht am typischsten ist, in der Werften-Welt.“ Der neue Fall unterscheide sich vom ersten, indem er „die Tat mehr in den Mittelpunkt rückt“. Die Figur des Kommissars sei „etwas heiterer, heller, leichter geworden: nicht so miesepampelig“.

Der gebürtige Kieler Axel Milberg lebt heute in München. Auf die Frage, ob die Kieler im „Tatort“ nicht zu provinziell und schrullig norddeutsch dargestellt seien, meint er: „Es erkennt sich der ungern, der beschrieben ist. Und die andern haben viel Spaß.“ Das Schöne an Kiel sei das Unverwechselbare. Das gelte für die Menschen ebenso wie für die Stadt. Axel Milberg ist Nachfolger von Klaus Schwarzkopf, der Zwischen 1971 und 1978 als Kommissar Finke für die ARD-Reihe in Kiel ermittelte. Seit Schwarzkopfs Abschied spielte kein „Tatort“ mehr in Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt.

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