Gerach: Vorstand ließ sich kaum sehen

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Bei der Hauptversammlung des TV Jahn im Waldheim Duttental ging es neben der Fusion mit dem FC 08 (wir berichteten aktuell ) auch um die normalen Regularien. Bis auf den Ehrenvorsitzenden Adolf Gerach sprachen sich in ihren Berichten praktisch alle Funktionäre und Abteilungen für die Fusion aus.

"Soviele Leute wie heute waren es das letzte Mal Anfang oder Mitte der 80er-Jahre", meinte Kassenprüfer Alexander Gruber. Thomas Kölschbach, einer der drei Vorsitzenden, vermeldete einen Rückgang von 777 auf 709 Mitglieder. Er führte das auf die Auflösung der einst regen Wandergruppe, die Fusions-Diskussion und ein nicht mehr genügend attraktives Sportangebot zurück. Der Schulden-Abbau - das Minus stieg leicht - habe "erneut nicht vollzogen" werden können.

Adolf Gerach warf in der kurzen Diskussion der Vorstandschaft vor, sie habe "in den letzten drei Jahren irgend etwas vernachlässigt", sich bei den Abteilungen kaum sehen lassen. Vorsitzender Gerd Ruthe bestritt dies heftig.

Fußball-Abteilungsleiter Ralf Tolk, der sportlich einen zufriedenstellenden Bericht gab, plädierte klar für die Fusion. Jugendleiter Klaus Joos betonte, die bei A- und B-Jugend bereits laufende Zusammenarbeit klappe problemlos. Er wünsche sich aber von der Stadt "mehr Anerkennung der Jugendarbeit", zum Beispiel in Form eines Kunstrasenplatzes.

Für die Schiedsrichter bedauerte Alwin Marschalleck, dass sich für den jüngsten Neulingskurs kein Jahnler gefunden habe; trotzdem sei man noch um einen Unparteiischen im Plus. AH-Vertreter Erik Bühler berichtete über ein aktives Jahr 2003; das in der Hallen-Saison den erst zweiten Turniersieg in 18 Jahren gebracht habe. "Die Abteilung dümpelt weiter vor sich hin", bedauerte Judo-Experte Lothar Schellhorn. Immerhin aber zeichnet sich fürs besondere Sorgenkind Erwachsenentraining eventuell ein neuer Übungsleiter ab. Die von Adolf Gerach geführte Herzsportgruppe nahm um acht auf 81 Mitglieder zu. Allerdings drohe die Teilnahme-Befristung im Zuge der Gesundheitsreform Probleme zu bereiten.

Lob für Waldheim-Wirte

Wirtschaftsführer Hans-Werner Scheit lobte seine Mitstreiter für den großen Einsatz im Waldheim; manche hätten über zehn Wochenenden dafür geopfert. Vor allem dank privater Veranstaltungen stieg der Umsatz um zehn Prozent, während das Vereinsheim "von den Abteilungen wenig oder gar nicht besucht" werde.

Fürs erste Halbjahr 2004 reduziert der TV Jahn den Etat um etwa fünf Prozent. Den Einwand, die vorhergesagten Waldheim-Sanierungskosten dienten nur zur "Angstmacherei der Mitglieder", wies Thomas Kölschbach zurück.

Kassenprüfer Alex Gruber bescheinigte der Finanzverwalterin Dörthe Ruthe einwandfreie Arbeit. Die einstimmig entlastete Vorstandschaft wurde nach der Fusions-Abstimmung wiedergewählt. Neu ist Kassenprüfer Christoph Ehmann als Nachfolger des ausgetretenen Klaus Fleck. Ein satzungsgemäß möglicher vierter Vorsitzender fand sich erneut nicht, so dass Gerd Ruthe, Thomas Kölschbach und Helmut Küven weiterhin das Führungstrio bilden.

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