DLV verstärkt Anti-Doping-Kampf

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Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat seinen Kampf gegen Doping weiter verstärkt und bei den Hallen-Weltmeisterschaften um internationale Mitstreiter geworben.

„Wir wollen auf die anderen Verbände einwirken und sagen: Schlaft nicht ein, werdet mal wieder wach“, erklärte Rüdiger Nickel, der Vizepräsident Leistungssport, in Budapest. Die Wettkämpfe hätten gezeigt, dass es notwendiger sei denn je, initiativ zu werden und die Chancengleichheit zu verbessern. Bei den Trainingskontrollen kritisierte Nickel ein nach wie vor „völliges Unverhältnis“ zwischen den einzelnen Nationen. Zudem sprach der Rechtsanwalt aus Hanau von einer „Verdachtsszene“.

Während in der deutschen Leichtathletik derzeit jährlich 1100 Tests außerhalb des Wettkampfs durchgeführt werden, seien es beispielsweise in Russland nur 60 und in den USA 440. Von den 209 dem Weltverband IAAF angeschlossenen nationalen Verbänden, so Nickel weiter, würden nur etwa 50 unangemeldet kontrollieren. Trotz logistischer und finanzieller Probleme strebe der DLV an, dass bei internationalen Meisterschaften nur getestete Athleten starten.

Die Initiative („Antalya-Erklärung“) des im Anti-Doping-Kampf stets sehr engagierten DLV geht auf ein Nationalmannschaftstreffen im Herbst in der Türkei zurück. In Budapest haben die Verbandsspitze sowie dessen früherer Präsident Helmut Digel, Vize-Präsident der IAAF, dem Europäischen Leichtathletik-Verband (EAA) einen Brief überreicht und um Unterstützung gebeten. Zudem versucht der DLV andere Nationen auf seine Seite zu bringen.

Bei der Hallen-WM hatte der Fall des 400-m-Läufers Ioan Lucian Vieru für Verwirrung hinter den Kulissen gesorgt. Der Rumäne war am 22. Februar in Athen der Einnahme des verbotenen Anabolikums Stanozolol überführt worden, durfte in Budapest aber im Vorlauf starten. Erst danach zog das rumänische Team den Athleten zurück.

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