300 000 Euro für die Nachsorgeklinik

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Die Nachsorgeklinik Tannheim wird von der Stiftung entscheidend unterstützt.
Die Nachsorgeklinik Tannheim wird von der Stiftung entscheidend unterstützt. (Foto: sbo)
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Der Stiftungsrat der Deutschen Kinderkrebsnachsorge – Stiftung für das chronisch kranke Kind – ist das Rückgrat der Nachsorgeklinik Tannheim. Die Stiftung tut alles, um die Arbeit der Nachsorgeklinik zu ermöglichen. Im Rahmen einer Spendenaktion ist nun eine beträchtliche Summe zusammen gekommen, die der Klinik in Tannheim zu Gute kommen wird.

Eines machte Vorstand Roland Wehrle am Montag im Anschluss an die Stiftungsratssitzung in der Nachsorgeklinik Tannheim deutlich: „Nur mit der Stiftung war es möglich, die Nachsorgeklinik aufzubauen“, betonte er. In diesem Jahr feiert die Klinik ihr 30-jähriges Jubiläum, das im November in Stuttgart gefeiert werden soll.

Die letzten Monate waren aufgrund der aktuellen Situation mit Höhen und Tiefen verbunden. „Die Corona-Krise hat letztendlich auch Tannheim tangiert“, berichtet Kurt Widmaier, Vorsitzender des Stiftungsrats. Zu einer größeren finanziellen Katastrophe sei es letztendlich aber nicht gekommen. Die Klinik kommt mit einem blauen Auge davon, auch wenn ein kläglicher Rest an wirtschaftlichen Folgen übrig bleibt. Aus diesem Grund unterstützt die Stiftung die Nachsorgeklinik mit einer Corona-Hilfe in Höhe von 300 000 Euro. Das wurde am Montag nun offiziell beschlossen. „Wir wollen Tannheim unverletzlich machen“, ist sich Widmaier sicher.

Die beträchtliche Summe sei unter anderem durch die Spendenaktion der Stiftung zusammen gekommen. Zahlreiche Menschen, an die Wehrle einen besonderen Dank ausspricht, hätten auf den Spendenaufruf reagiert.

Geld stellt die Stiftung auch für den Bau eines Kinderhauses zur Verfügung. Das Bauprojekt sei für das nächste Jahr vorgesehen. „Das ist notwendig“, erklärt Widmaier. Es entspreche vieles nicht mehr den Anforderungen. Deshalb habe die Stiftung nun erste Rücklagen in Höhe von 500 000 Euro aus ihren Mitteln gebildet, die das Kinderhaus finanzieren sollen.

Roland Wehrle berichtete, dass die Stiftung derzeit schaue, wo man das bundesweit einzigartige Konzept der Stiftung, das die Unterstützung von krebs-, herz- und mukoviszidosekranken Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsene sowie von verwaisten Familien vorsieht, nochmals umsetzen kann. Das Projekt in Berlin-Brandenburg sei leider gescheitert, der Patientenstau bestehe allerdings weiterhin. Dass man die Nachsorgeklinik in Tannheim erweitert, sei keine Option. „Tannheim soll ein Ort der Begegnung bleiben“, macht Wehrle deutlich. Nur so könne die Qualität der Klinik erhalten werden.

Günther Przyklenk, stellvertretender Vorsitzender der Stiftung und Vorsitzender des Fördervereins ist „riesig stolz“ auf die Arbeit, die geleistet wird. „Wir sind kurz vor dem tausendsten Mitglied“, gibt er bekannt. Derzeit habe der Förderverein 941 Mitglieder.

Besonders fokussiert ist der Förderverein auf die Reittherapie, die vollständig vom Verein finanziert wird. In diesem Jahr konnte außerdem der Allwetterplatz für die Reittherapie fertiggestellt und der Streichelzoo erweitert werden, der vor allem für die jungen Patienten eine „tolle Geschichte“ sei. Przyklenk betont: „Wir sind finanziell sehr stark engagiert. Das ganze Geld fließt eins zu eins nach Tannheim.“

Beraten wird die Stiftung außerdem von einem Kuratorium, in das Persönlichkeiten mit einem gewissen Bekanntheitsgrad berufen werden. In der Sitzung am Montag wurden Michael Antwerpes, Werner Fuchs, Klaus Weigelt und Harald Wohlfahrt für weitere fünf Jahre in das Kuratorium gewählt. Neu im Amt ist nun Lothar Hasl, der Kommunikationschef des Südwestrundfunks ist und aufgrund seiner zahlreichen Kontakte in Zukunft sicherlich hilfreich sein werde. Hasl schätze Tannheim sehr und sei vom ersten Tag an mit großem Spaß dabei gewesen, berichtet Przyklenk.

Eine Vollbelegung der Klinik sei in diesem Jahr nicht mehr geplant, teilt Wehrle außerdem mit. Vorgesehen sei allerdings eine 90-prozentige Belegung bis Jahresende.

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