250. Geburtstag: Auf Schillers Spuren im Südwesten

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Deutsche Presse-Agentur

Dennoch begann Schillers Leben im heutigen Baden-Württemberg, in Schwaben verbrachte der Dichter seine Kindheit und Jugend. 2009 jährt sich sein Geburtstag zum 250. Mal, und wer sich im Südwesten auf die Suche nach Stationen seines Lebens macht, findet nicht nur die klassischen Attraktionen für Fans des Dichters.

Schillers Geburtsstadt Marbach ist in kurzer Zeit mit der S-Bahn von Stuttgart aus zu erreichen. Das Geburtshaus in der Innenstadt wird noch restauriert, das Schiller-Nationalmuseum auf der nahen Schillerhöhe von innen saniert. „Rund 2,3 Millionen Euro werden am Ende von privaten Spendern geflossen sein, um das bereits seit 1903 bestehende Schillermuseum herzurichten“, erzählt Frank Druffner vom Deutschen Literaturarchiv in Marbach.

Zur Wiedereröffnung des Museums haben die Macher den 250. Geburtstag am 10. November gewählt. Bis dahin lockt wenige Meter entfernt das Literaturmuseum der Moderne. Die Wiedereröffnung des Geburtshauses in der Niklastorstraße 31 hat dagegen einen frühen Termin im Jubiläumsjahr: In dem Fachwerkhaus soll am 2. Februar die neue Dauerausstellung eröffnet werden. Sie zeigt das Leben der Familie Schiller und die unterschiedlichen Ausprägungen der Schillerverehrung in aller Welt.

Nach einem zweijährigen Aufenthalt in Lorch westlich von Stuttgart zog Familie Schiller weiter nach Ludwigsburg. Im Barockschloss der Stadt erlebte der Dichter seine ersten Theateraufführungen. 1777 musste Schiller auf Befehl des Herzogs Carl Eugen in die militärische Karlsschule auf Schloss Solitude eintreten. Gebaut 1763/64 als Jagdschloss in der Nähe Stuttgarts, widmet man sich dort inzwischen weniger dem Krieg als der Hochkultur - eine internationale Kunstakademie ist eingezogen.

Die eigentliche Militärschule - für Schiller eine „unerträgliche und stupide Zwangsanstalt“ - wurde 1775 nach Stuttgart verlegt. Im heutigen Schlossgarten erinnert an den ehemaligen Standort des historischen Gebäudes nach dessen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg nichts mehr. Stattdessen haben dort seit 1961 im schwarzen kastenförmigen Stuttgarter Landtag die Politiker das Sagen. Überhaupt sind Schillers Spuren in Stuttgart dünn gesät. Die ehemaligen Wohnhäuser Schillers sind ebenso zerstört wie die Wirtshäuser, in denen er ein berüchtigter Zechpreller gewesen sein soll.

Dem Literaten Schiller gelang in der Landeshauptstadt mit „Die Räuber“ eines seiner bekanntesten Werke. Zur Premiere schwänzte er die Militärakademie und schlich sich am 13. Januar 1782 bei der Vorstellung im Mannheimer Hof- und Nationaltheater ein. Es gedenkt des Dichters in der aktuellen Spielzeit mit zwei Premieren: Am 6. Januar 2009 wird die „Jungfrau von Orleans“ gezeigt, am 19. Juni folgt „Don Carlos“.

Für Schiller ging der heimliche Theaterbesuch nicht gut aus: Der Stürmer und Dränger wurde ins Gefängnis gesteckt, Karl Eugen verbot ihm das weitere Dichten. Ende September 1782 floh er schließlich aus der Garnison und reiste unter anderem über Frankfurt, Mannheim und Oggersheim nach Thüringen, wo er Asyl fand.

Informationen: Tourismus-Marketing Baden-Württemberg, Esslingerstraße 8, 70182 Stuttgart, Telefon: 01805/55 66 90 für 14 Cent pro Minute.

Veranstaltungen im Jubiläumsjahr: www.schillerjahr2009.de

Informationen über Baden-Württemberg: www.tourismus-bw.de

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