23 Angele-Linien zeichnen Geschichte

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Schwäbische Zeitung

FISCHBACH/BIBERACH - Wer in eine Angele-Familie einheiratet, kommt um das Sippenbewusstsein nicht drumherum. Franz Wöhrle ist genauso involviert in die Vorbereitungen zum 61. Angeletag, wie sein Frau Hellen Angele. 1500 Einladungen wurden an alle in der Welt lebenden Angeles verschickt. Wie viele am Wochenende nach Fischbach kommen, ist ungewiss.

Zwar ist sein Name Wöhrle und nicht Angele, aber mit seinem Wissen über die Sippe dient er ihr als Ansprechpartner für Stammbaumfragen. "23 Angele-Linien werden seit drei Generationen erforscht", sagt Franz Wöhrle, der vor 55 Jahren Hellen Angele heiratete, zu einer Zeit, als es außer Frage stand, den Namen der Frau anzunehmen. Über seinen eigenen Namen wisse er längst nicht so viel. Dafür habe ihm bisher die Zeit gefehlt.

Mit seiner Tochter gibt er derzeit die Daten in eine genealogische Datenbank ein. Seine Tochter sei die Fachfrau für das Programm während Wöhrle diktiert, was sie eingeben soll, "weil ich die alten Schriften lesen kann", sagt der 85-Jährige.

"Es hat früher kaum einen Tag gegeben, an dem nicht über die Angeles gesprochen wurde", sagt Wöhrle. Wer in eine Angele-Familie einheiratet, dass weiß Wöhrle aus Erfahrung, habe fast keine Chance, sich der Sippe zu entziehen. Schon gar nicht, wenn der Schwiegervater auch Sippenvater ist, sich im Sippenrat engagiert und das Erbe des Pfarrers Albert Angele, dem ersten Sippenvater, weitergeben möchte. Der als regimekritisch bekannte Pfarrer begann mit der Ahnenforschung, als er unter den Nazis nicht mehr predigen durfte. Zurück in seiner Heimat Ummendorf fand er heraus, das die Risshöfe, die auf der Gemarkung Warthausen liegen, der Ursprungsort der Angeles sind. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Name Angelin im Jahr 1405. Heute liegen dem Sippenrat 1500 Adressen vor, die jedes Jahr angeschrieben und zum Fest geladen werden. Doch mindestend Hundert werden es bestimmt, da sind sich die Verantwortlichen sicher.

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