10.000 Euro Schaden: Unbekannte ruinieren Sportplatz - Zeugen gesucht

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Autospuren auf einem Rasen
Unbekannte haben auf dem oberen Rasenplatz auf dem Nendinger Sportplatz Häldele mit einem Fahrzeug ihre Kreise gedreht und damit die Rasenfläche so stark beschädigt, dass der Platz für die nächsten Monate unbespielbar sein wird. (Foto: Simon Schneider)
Simon Schneider

Erst im vergangenen Jahr hat die Stadt Tuttlingen den oberen Rasenplatz auf dem Nendinger Sportplatz Häldele komplett frisch angelegt. Die Arbeit ist nahezu umsonst gewesen.

Denn: Ein unbekannter Täter hat vor einer Woche dort mit seinem Auto seine Kreise gezogen und rund ein Drittel des Rasens stark beschädigt. Dabei hinterließ er einen Schaden von mehr als 10.000 Euro.

Im Herbst ebnete und säte die Stadt Tuttlingen auf dem Häldele den oberen Rasenplatz neu ein – und das für mehr als 200.000 Euro. Die Fußballer des VfL Nendingen freuten sich bereits, im Frühjahr wieder ihre Tore darauf zu schießen und ihre Trainingseinheiten dort zu absolvieren. Daraus wird erst mal nichts. Schuld daran ist ein unbekannter Autofahrer, der am 4. Februar, gegen 16.15 Uhr mit seinem Pkw auf den Rasen fuhr. Er driftete über die Grünfläche und hinterließ Zentimeter tiefen Reifenspuren.

„Für uns ist es unfassbar, dass jemand so etwas tut. Wir können uns nicht vorstellen, wer solch einen Schaden verursacht. Diejenigen, die das gemacht haben, sind sich nicht bewusst, was sie uns da angerichtet haben“, sagte Gerald Burandt vom Vorstandsteam des VfL Nendingen. Ob sich die Tat gezielt gegen den VfL richtete oder ob jemand nur Lust hatte, auf einem frisch eingesäten Sportplatz seine Runden zu drehen, sei sich der VfL Nendingen nicht sicher.

Es ist nicht ausgeschlossen, dass es sich um mehrere Täter handelt. „Nach Zeugenaussagen sei der unbekannte Fahrer mit einem Beifahrer, beide im Alter von rund 30 Jahren, in einem schwarzen Audi A6 oder A7, eine Limousine, über den Sportplatz gefahren und hätte im hinteren Bereich des oberen Rasenplatzes Kreise gedreht.“ Der Platz habe zwar eine Absperrung, dennoch gibt es an wenigen Stellen eine Öffnung, die beispielsweise für den Rasentraktor vorgesehen ist. Der Täter nutzte diese Möglichkeit, mit dem Auto auf den Rasen zu gelangen. Die Kennzeichen am Fahrzeug seien abgeschraubt gewesen. Laut Zeugenaussagen sei das Fahrzeug im Anschluss an die Tat auf dem Häldeleweg nach Nendingen gefahren.

Sanierung nimmt mehrere Monate in Anspruch

Durch die neuangelegte Rasenfläche sei der Platz relativ weich gewesen, so dass der Täter die tiefen Rillen in den Platz gefahren habe und der Sportplatz für die nächsten Monate definitiv unbespielbar sein werde. „Der Schaden beläuft sich nach Rücksprache mit der Stadt Tuttlingen im fünfstelligen Eurobereich, deutlich über 10 000 Euro“, sagte uns Burandt. Der hintere Bereich müsse komplett abgetragen und wieder frisch eingesät und eingeebnet werden – und das nimmt erneut mehrere Monate in Anspruch. „Unter normalen Umständen hätten wir ab April wieder auf den Platz können. Jetzt allerdings wird es sich über die gesamte Rundenzeit bis im Sommer hinauszögern“, so die Einschätzungen von Burandt. „Wir wollen hier fußballspielen und betreuen rund 120 Jugendliche im Verein. Wir haben keine Ahnung, wie wir das über die Bühne bekommen. Wir werden uns mit der Stadt Tuttlingen in Verbindung setzen und eine gemeinsame Lösung suchen, damit unser Spielbetrieb weitergehen kann“, schilderte Burandt das weitere Vorgehen.

Einen ähnlichen Fall gab es Ende August vergangenen Jahres auf dem Bräunisberg auf der Start- und Landebahn des Modellflugvereins Tuttlingen-Nendingen. Auf der dortigen Rasenfläche drifteten ebenso Unbekannte mit ihren Fahrzeugen und hinterließen tiefe Spuren und einen Schaden von rund 2000 Euro.

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