Überschuss lässt GKWG-Geschäftsführer aufatmen

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Thomas Blei. (Foto: cf)
Schwäbische Zeitung

Im ersten Jahr hat Thomas Blei vor allem aufgeräumt. Nun kann der Geschäftsführer der GKWG endlich einen ersten Erfolg genießen: Mit seiner Jahresbilanz 2012 sind nämlich Aufsichtsrat wie Wirtschaftsprüfer gleichermaßen zufrieden. Nach den 1,5 Millionen Euro Defizit für 2011 hatte Blei fürs vergangene Jahr „eine schwarze Null“ angestrebt. Tatsächlich schließt die GKWG-Bilanz mit gut 940 000 Euro Überschuss ab.

Thomas Blei hätte allen Grund zum Strahlen. Doch im Bilanzgespräch mit der LZ bleibt der Geschäftsführer äußerst sachlich. Nach wie vor betrachtet er besagte „schwarze Null“ als sein Ziel. Dass die GKWG im zurückliegenden Jahr knapp eine Million Euro Gewinn gemacht hat, führt Blei vor allem auf zwei Punkte zurück: eine Wertberichtigung mit 450 000 Euro Sonderabschreibung für eine Lindenberger Wohnanlage und „stille Reserven“ aus einem Verkauf ebenfalls in Lindenberg. Aber auch ihr Bauträgerprojekt Sonne in Stiefenhofen habe die GKWG nun endlich positiv abgeschlossen.

Im vergangenen Jahr hatte die Baugesellschaft ihre Finger von jeglichem Bauträgerengagement gelassen. Das hat nach Bleis Worten dazu geführt, dass die Umsatzerlöse mit nur noch 5,3 Millionen Euro gegenüber 2011 um fast ein Viertel zurückgegangen sind. Insgesamt hat die Baugesellschaft unter ihrem neuen Geschäftsführer im vergangenen Jahr eine Bilanzsumme von gut 37 Millionen Euro gestemmt. Dabei hat sich das Eigenkapital der GKWG um knapp eine Million Euro auf 12,8 Millionen Euro erhöht.

Neue Verträge zahlen sich aus

Der Geschäftsführer setzt aber auch aufs Sparen. So hat er mit zahlreichen Baufirmen und Handwerksbetrieben längerfristige Verträge abgeschlossen. Damit könne die GKWG die jährlich rund eine Million Euro teuren Instandhaltungskosten für ihre 937 Wohnungen im Kreis Lindau um etwa 20 Prozent senken, freut sich Blei. Das macht sich bereits in der Bilanz 2012 bemerkbar: Für die sogenannte Hausbewirtschaftung hat die GKWG statt 2,4 Millionen Euro in 2011 im vergangenen Jahr nur noch 1,9 Millionen Euro ausgegeben.

Landrat Elmar Stegmann als Aufsichtsratsvorsitzenden der GKWG bezeichnet die Bilanz 2012 als „sehr erfreulich“. Nach seinen Worten haben sich „die neuen Strukturen in der Gesellschaft bewährt“: „Jetzt stimmt die Richtung, in die wir marschieren.“

Wieder Luft für Investitionen

Für Thomas Blei bedeutet die positive Bilanz aber auch, dass die GKWG endlich wieder Luft für Investitionen habe.

Spruchreif ist jetzt das von der GKWG geplante Zehnfamilienhaus an der Holbeinstraße in Lindau. Die Baugenehmigung der Stadt hat Blei seit gut vier Wochen auf dem Tisch liegen. Den Kaufvertrag fürs Grundstück hat der Geschäftsführer Anfang Juni unterschrieben. Voraussichtlich im Oktober sollen die Bagger anrollen. Angesichts einer ganzen Reihe fester Interessenten ist Blei optimistisch, dass die zehn Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen schnell verkauft sein werden.

Wenn etwa die Hälfte der geplanten zehn Doppelhaushälften auf den Lindenberger Otto-Keck-Areal verkauft ist, will die GKWG dort voraussichtlich im Frühjahr nächsten Jahres mit dem Bau beginnen. Die Stadt Lindenberg hat die Neubauten bereits genehmigt.

Außerdem will die Kreiswohnbaugesellschaft im gleichen Bereich ein Elffamilienhaus errichten. Laut Blei sollten die Bauarbeiten dort noch vor jenen für die Doppelhäuser beginnen.

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