Ärzte aus der ganzen Welt setzen sich gegen Kleinwaffen ein

Lesedauer: 4 Min

Die Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs/Ärzte in Sozialer Verantwortung (IPPNW) veranstalten vom 30. Mai bis zum 2. Juni in der Neuen Tonhalle in Villingen einen internationalen Kongress zu den gesundheitlichen und sozialen Folgen des globalen Kleinwaffenhandels. Es werden Teilnehmer von vielen Organisationen aus aller Welt erwartet. Mitveranstalter des Kongresses ist die Stadt Villingen-Schwenningen.

Organisiert wird das ganze von der Regionalgruppe der IPPNW in Zusammenarbeit mit der deutschen Sektion und dem internationalen Büro der Ärzteorganisation in Boston, USA. Die IPPNW ist nach eigenen Angaben heute in über 60 Ländern der Erde vertreten. 1985 wurde sie für ihre Arbeit mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

„Kleinwaffen gelten laut UNO als das Massenvernichtungsmittel Nummer 1 des 21. Jahrhunderts“, heißt es in der Pressemitteilung der IPPNW. „Mehr als 800 Millionen Kleinwaffen verseuchen viele, besonders ärmere Länder des Südens.“ Jede Minute sterbe ein Mensch durch eine solche Waffe, andere Folgen seien körperliche Verstümmelungen und seelische Verletzungen.

„Die sozialen und gesellschaftlichen Kosten sowie das individuelle Leid sind um ein Vielfaches höher als das, was eine solche Kleinwaffe kostet“, so die Pressemitteilung der Organisation. „Bewusst wurde deshalb dieser Kongress in die Region gelegt, wo Europas größte Kleinwaffenfabrik, Heckler & Koch in Oberndorf, seine tödlichen Produkte herstellt“, heißt es.

Die Resonanz auf die Ankündigung des Kongresses war nach Angaben der IPPNW überwältigend. „Bisher haben etwa 250 Personen ihr Kommen fest zugesagt, davon mehr als ein Drittel aus 25 verschiedenen Ländern, von Australien, Südostasien, Vorderer Orient, Afrika, Südamerika, Nordamerika und Europa.“

Villingen-Schwenningen möchte sich diesen internationalen Teilnehmern von seiner gastfreundschaftlichen Seite zeigen.

Kürzlich trafen sich rund 40 Sänger aus Mitgliedschören des Chornetzwerks und den Lebenslauten Süd in Stuttgart, um für ein Chorkonzert an ungewöhnlicher stelle zu proben. Im Rahmen des Kongresses „Zielscheibe Mensch“ tritt der Chor am 1. Juni am Werkzaun des Waffenherstellers Heckler & Koch in Oberndorf auf.

Viele Teilnehmer des Kongresses zu den gesundheitlichen und sozialen Folgen des globalen Kleinwaffenhandels vom 30. Mai bis zum 2.Juni wünschen sich eine Privatunterkunft während ihrer Teilnahme. Es werden deshalb noch Privatquartiere gesucht, in denen die nationalen und internationalen Gäste aufgenommen werden können. Anbieter können sich unter der Nummer 0160 / 1176819 melden.

Außerdem können noch viele Helfer vor, während und nach dem Kongress unterstützend eingreifen, zum Beispiel als Fahrer, Führer, Aufbauhelfer, Einweiser oder für Kinderbetreuung. Für diese Helfer ist im Gegenzug der Eintritt zum Kongress frei. Wer sich noch nicht angemeldet hat, kann das noch über www.zielscheibe-Mensch.de oder schriftlich beim Büro der IPPNW, Körtestrasse 10, in 10967 Berlin, tun. Wer nicht den gesamten Kongress besuchen will, kann auch Tageskarten erwerben.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen