Leserbriefe sind – ohne einen Hauch von Ironie – eine großartige Sache. Die Rede ist nicht von jenen oft ebenso knappen wie meist generellen Einlassungen, in denen mehr oder weniger anonyme Menschen Boshaftigkeit von sich geben. Meistens passiert das im Internet, manchmal aber auch in Leserbriefen oder Mails an die Redaktion.

Nein, die Rede ist von jenen Zuschriften, in denen sich Leserinnen und Leser der „Schwäbischen“ mit unserer Berichterstattung auseinandersetzen, uns ihre Perspektiven auf ein Thema eröffnen, neue Aspekte einbringen, sich positionieren, uns kritisieren und auch mal loben. Solche Zuschriften bringen die Redakteurinnen und Redakteure dazu, an manchen Themen noch hartnäckiger dranzubleiben oder sich einer Geschichte von einer anderen Seite zu nähern.

Solche Zuschriften helfen uns dabei, die eigene Arbeit zu reflektieren, sie auf den Prüfstand zu stellen, zu objektivieren. Selbstverständlich veröffentlichen wir solche Zuschriften gern. Wir wünschen uns mehr solcher Leserbriefe. Gern und ausdrücklich auch kritische.

Und trotzdem gibt es Leserbriefe, die wir nicht publizieren. Nicht weil wir – wie uns dann gern vorgeworfen wird – Kritik unterdrücken, Meinungsfreiheit beschränken oder Zensur ausüben. Sondern, weil manche Zuschriften nicht den Regeln entsprechen, die der Gesetzgeber, das Presserecht und natürlich auch wir als Redaktion vorgeben.

Einige dieser Regeln sind:

  • Leserbriefe sollen sich auf eine konkrete Berichterstattung in der „Schwäbischen“ beziehen
  • Leserbriefe sollen in einer Länge verfasst sein, die uns einen Druck möglich macht - da gibt es also auch Beschränkungen
  • Irgendwann ist zu einem Thema alles gesagt - wenn auch vielleicht nicht von allen. Wir lassen ein Thema irgendwann aber ruhen


Unter anderem darauf pochen wir. Auch und besonders im Sinne unserer Leserschaft. Doch auch wenn ein Leserbrief unsere formalen Kriterien erfüllt, wird er nicht erscheinen, wenn sich die Redaktion durch seine Veröffentlichung rechtlich angreifbar macht. Denn als Verbreiter eines Leserbriefs müssen auch wir für dessen Inhalt geradestehen.

Wir sind also mit in der Haftung, wenn in einem Leserbrief etwa unwahre oder nicht beweisbare Tatsachenbehauptungen aufgestellt werden, wenn Persönlichkeitsrechte verletzt oder wenn die Grenzen der Meinungsfreiheit in Richtung Beleidigung, übler Nachrede oder Schmähkritik überschritten werden. Die allermeisten Verfasser abgelehnter Leserbriefe verstehen das. Denn: Grundsätzlich gibt es keinen Anspruch auf die Veröffentlichung eines Leserbriefs.

Haben Sie vielleicht selbst Fragen, die unsere Arbeit betreffen, mit denen wir uns in einem Blogeintrag beschäftigen sollten? Schreiben Sie uns eine Mail an einsichten@schwaebische.de.