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Dax unterbricht vorerst seine Jahresendrally

Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Freitag seine Jahresendrally vorerst unterbrochen. Für den Leitindex ging es um 0,65 Prozent nach unten auf 7622 Punkte.

Die stockenden Haushaltsverhandlungen in den USA hatten den Dax am letzten Handelstag vor dem Weihnachtsfest ebenso belastet wie die erneut aufflammende Schuldenkrise in Europa. Beim MDax stand ein Abschlag von 0,82 Prozent auf 11 971 Punkte zu Buche. Der TecDax sank um 0,66 Prozent auf 834 Punkte.

Die Chancen auf eine rechtzeitige Einigung zur Umschiffung der zum Jahresende drohenden „Fiskalklippe“ sind in der Nacht abrupt gesunken. Ein Kompromiss zwischen den beiden großen Parteien der USA wird laut Händler Markus Huber vom Broker ETX Capital immer unwahrscheinlicher, zumal innerhalb der republikanischen Partei kein klarer Wille zur Einigung in Steuerfragen erkennbar sei. Darüber hinaus rückte die europäische Schuldenkrise einmal mehr stärker ins Blickfeld, nachdem die Ratingagentur Standard & Poor's die Kreditwürdigkeit Zyperns erneut gesenkt hatte.

Der große Verfall an den Terminmärkten, der sogenannte Hexensabbat, indes wirkte sich Händlern zufolge kaum auf die Kurse aus. Vom „großen Verfall“ sprechen Börsianer dann, wenn der letzte Handelstag aller vier Derivate-Typen, also der Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien, auf den gleichen Tag fällt.

Finanzwerte litten besonders unter dem festgefahrenen Haushaltsstreit in den USA. So verloren die Aktien der Deutschen Bank 2,64 Prozent und die der Commerzbank 3,95 Prozent. Dabei hätten gerade Bankentitel von der Erwartung einer rechtzeitigen Einigung profitiert, sagten Börsianer.

Unter den wenigen Gewinnern am Markt stiegen die Papiere von Adidas um 0,27 Prozent. Der US-Sportartikelhersteller Nike war im zweiten Geschäftsquartal auf Wachstumskurs geblieben und dies hat Börsianern zufolge auch den Papieren der Herzogenauracher geholfen. Favorit im Dax waren die Titel des Halbleiterkonzerns Infineon mit einem Aufschlag von 1,53 Prozent auf 6,284 Euro. Händler verwiesen auf einen positiven Analystenkommentar von JPMorgan als Antrieb. Die US-Bank begründete die Einschätzung mit einer Bodenbildung bei den Gewinnerwartungen des Marktes.

Am Anleihemarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,10 Prozent am Vortag auf 1,08 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,03 Prozent auf 134,68 Punkte. Der Bund Future legte um 0,23 Prozent auf 144,65 Punkte zu. Der Kurs des Euro fiel: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,3209 (Donnerstag: 1,3246) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7571 (0,7549) Euro.

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